Die italienische Firma Grassi Pietre mit Sitz in Nanto (Vicenza) am Fuß der Alpen hat ihren Naturstein Giallo Dorato für die Verkleidungen der Wände und die Beläge der Böden in der Villa AM in der saudischen Stadt Dschidda geliefert. Die Architekten kamen vom Büro Mesura mit Sitz in Barcelona. Der Wunsch des Auftraggebers war, unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten zu bauen und dabei die Architekturtradition von Saudi-Arabien beizubehalten.
Der italienische Kalkstein trifft perfekt die Farbpalette der traditionellen Bauten in dem Land auf der Arabischen Halbinsel. Dschidda zählt zu den ältesten Städten dort, hat eine markante Altstadt mit Eintragung in die Liste des Unesco-Welterbes, bietet mit seiner Lage am Roten Meer den wichtigsten Zugang zur Pilgerstadt Mekka und zählt heute über 3,5 Millionen Einwohner.
Bauen dort hieß über die Jahrhunderte, Verschattungen zu schaffen und den Wind zu nutzen, sofern es ihn gibt. Dschidda hat zwar einerseits ein brutales Klima mit langen, feuchtheißen Sommern und kurzen, trockenen Wintern, verfügt aber andererseits über eine kontinuierliche Brise, die in etwa zehn Metern Höhe kräftig und kontinuierlich vom Wasser her weht.
Diese gilt es einzufangen, und das haben die spanischen Architekten mit ihrem zurückgesetzten 2. Stockwerk gemacht. Hier fängt sich ein Teil der Luftströmung und wird ins Innere des Hauses geleitet.
Fenster in allen Richtungen sorgen dafür, dass wirklich ein Luftzug durchs Haus entsteht.
Zudem kommt so das Sonnenlicht ins Gebäude. Das Licht ist eine Art Thermometer: In den Stunden nach Sonnenaufgang hat es eine kalte Farbe, am Mittag eine strahlende Helligkeit, und zum Sonnenuntergang taucht es den Himmel in Pfirsichtöne.
Zahlreiche Ecken und enge Gänge im Haus schaffen variable Schattenzonen.
In ihrer Beschreibung danken die Architekten den Bauherren ausdrücklich, dass sie in die traditionelle Architektur eintauchen durften: Der Bauherr hat uns in fünf Jahren Zusammenarbeit ermöglicht, „ohne Vorurteile zu experimentieren und auch Fehler zu machen, und uns dabei geholfen, seine Bereitschaft zu verstehen und daran zu arbeiten, etwas anderes und Einzigartiges zu schaffen, das einer Reihe zeitgenössischer Werte entspricht, die auch wir als Menschen und Architekten teilen.“
Fotos: Marina Denisova, Guillem Cruells, Mesura












