„La Primera Morada de la Santa Teresa de Avila“.

Im Parque de Mayrena in der spanischen Stadt Caravasca de la Cruz in der Provinz Murcia gibt es seit Anfang 2026 ein kleines Bauwerk, das sich deutlich von der modernen Wohnbebauung in der Umgebung abhebt, das aber dennoch in die Gegend passt: Es ist ein offenes Gewölbe auf vier Pfeilern, das unverkennbar in gotischer Bauweise errichtet wurde. Ausgeführt wurde es von Steinmetzen aus Spanien, Frankreich und Deutschland unter Beteiligung von Professoren und Fachleuten aus diesen Ländern.

„La Primera Morada de la Santa Teresa de Avila“ ist der Name des Bauwerks, übersetzt etwa: das erste Wohnhaus der Heiligen Teresa von Avila. Es dient aber nicht religiösen Zwecken, sondern vielmehr als Ruhepunkt und Schattenstelle für die Besucher des Nationalparks Las Fuentes del Marqués in der Nähe.

Die Initiative zu dem Bau ging von der Organisation Mass Piedra aus. Das ist ein Kollektiv von Architekten, Bauingenieuren und Wissenschaftlern, die gemeinsam mit der Natursteinfirma Rosal Stones die Verwendung von Naturstein als tragendem Baustoff propagieren.

Hintergrund ist der minimale ökologische Fußabdruck dieses natürlichen Materials.

Im Blick haben die Beteiligten dabei alte Konstruktionen, wie zum Beispiel die selbsttragenden und weit gespannten Gewölbe der europäischen Kathedralen. Sie wollen dieses Know-how wiederbeleben und an die modernen Gegebenheiten anpassen.

„La Primera Morada de la Santa Teresa de Avila“.„La Primera Morada de la Santa Teresa de Avila“.

Dazu kommt, durch die Zusammenkunft der jungen Bauleute den Gedanken der europäischen Einheit zu pflegen und erlebbar zu machen.

Der für das Gewölbe der heiligen Teresa verwendete Stein kam aus den Steinbrüchen Hellín und Caravasca der Firma Rosal Stones, deren Mitarbeiter wie gute Geister das Projekt bei vielen Gelegenheiten unterstützten. Für die unteren Teile der Konstruktion wurde der Kalkstein Abadía verwendet, für die Säulen der Albamiel.

Den exakten Zuschnitt der Elemente besorgten Steinmetze aus Frankreich. Sie waren von der Organisation Compagnons du Devoir zu Rosal Stones nach Spanien geschickt worden.

Den Zusammenbau dieser Einzelteile besorgten Meisterschüler der Fachschule für Steintechnik in München während zwei Wochen in Caravasca.

Neben der praktischen Arbeit gehörte auch die Theorie zum Projekt. Dafür sorgte Professor Enrique Rabasa von der Escuela Técnica Superior de Arquitectura (ETSAM) mit Seminaren zu gotischen Gewölbekonstruktionen.

Die Teilnehmer an der 4. Ausgabe von „Mass Piedra“.

Nach der Fertigstellung des Gewölbes wurde das Projekt in die Öffentlichkeit getragen: Unter dem Titel „The Stone Evolution“ gab es für Interessierte in Caravasca de la Cruz einen Tag lang Vorträge und die Möglichkeit zum Netzwerken. Referenten waren der Director of Cultural Heritage of Murcia, Benedickt Schulz, weitere Architekten und Bauingenieure der Universität Dresden in Deutschland und der Architekt Christophe Aubertin vom französischen Büro Studiolada.

Das Gewölbe der heiligen Teresa wurde im Rahmen der 4. Ausgabe von Mass Piedra errichtet. Über die vorangegangenen Ausgaben hatten wir berichtet. Auf der Instagram-Seite der Initiative kann man lesen: „Die Ausgabe 2027 ist schon in Planung.“

Mass Piedra (spanisch)

Rosal Stones

Fotos: Catalina Sánchez / Rosal Stones