Die Naturwerkstein-Sammlung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist neben dem Deutschen Natursteinarchiv in Wunsiedel die größte und umfassendste ihrer Art in Deutschland. Die heute 9.500 Platten und Handstücke umfassende Sammlung ist Spiegel der wissenschaftlichen Arbeit der BGR und ihrer Vorgänger-Institutionen zu Naturwerksteinen in den vergangenen 150 Jahren.
Ihre Anfänge liegen im ausgehenden 19. Jahrhundert an der Preußischen Geologischen Landesanstalt (PGLA) als mit den ersten systematischen Untersuchungen von Naturwerksteinen in Berlin (gemeinsam mit der MPA – heute BAM) begonnen wurde. Zu den ältesten Objekten dieser Sammlung gehören 20 kleine Würfel aus französischen Kalksteinen, die wahrscheinlich in den 1870er Jahren Eingang in die Sammlung fanden.
In den 1920er und 1930er Jahren wuchs die Sammlung beträchtlich durch die Tätigkeit von Otto Burre und Wilhelm Dienemann, die sich an der PGLA intensiv mit den Baugesteinen in Deutschland befassten. Im Rahmen des Aufbaus der Deutschen Steinbruchkartei (DSK) durch das Institut für Steine und Erden in Köthen, die PGLA und die MPA in Berlin seit 1935 wurden bis 1942 ca. 400 Steinbrüche dokumentiert, deren Gesteine petrographisch an der PGLA untersucht und die Proben archiviert.
Nach 1945 gehörte die Sammlung zum Zentralen Geologischen Institut der DDR und wurde unter anderem mit 150 Kleinplatten erweitert, die im Rahmen einer Studie zu den Naturstein-Vorräten in der DDR (1975) hergestellt worden waren.
Seit 1990 gehört die Sammlung zur BGR und hat ihren Bestand seitdem verdoppelt: durch Ankäufe von Platten und Sammlungsübernahmen, hauptsächlich jedoch durch die intensive Forschung an Naturwerksteinen, insbesondere an den Bausandsteinen in Deutschland und den Nachbarländern (2.100 Handstücke und Platten, 1.500 Dünnschliffe).
Allein die Bausandstein-Sammlung ist die umfassendste ihrer Art.
Heute sind die Platten als Teil der Geowissenschaftlichen Sammlungen der BGR im Dienstbereich Berlin-Spandau in einem modernen Auszugssystem sehr anschaulich präsentiert; primär nach Gesteinsarten und sekundär regional geordnet. Die Handstücke werden in Schränken aufbewahrt.
Die Sammlung kann nach Anmeldung eingesehen werden.
Seit 2025 ist die Naturwerksteinsammlung der BGR auch online verfügbar. Die online-Anwendung enthält sämtliche Angaben zu den Proben, Fotos (bisher nur zu den Platten, 2027 alle), teilweise petrographische Beschreibungen und/oder beigefügte Publikationen beziehungsweise Links dazu. Ab 2028 werden die 2.500 Dünnschliffe und an der BGR durchgeführten Analysen zur Mineralogie und Geochemie der Naturwerksteine der Sammlung ebenfalls online zugänglich sein.
