Mit seiner außergewöhnlichen künstlerischen und technischen Qualität gilt der Parthenon auf der Athener Akropolis als das bedeutendste Bauwerk der griechischen Antike. Die Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt/Main widmet den Giebelskulpturen dieses ikonischen Tempels vom 18. November 2026 bis 25. Juli 2027 eine umfassende Ausstellung, in deren Zentrum spektakuläre neue Ergebnisse langjähriger Forschung stehen: Das Team um Vinzenz Brinkmann, Leiter der Antikensammlung des Liebieghauses, hat unter Einsatz innovativer Methoden erstmals einen archäologisch fundierten Vorschlag zur vollständigen Rekonstruktion der Skulpturen des Ostgiebels entwickelt und dabei herausragende Entdeckungen erzielt.
Die Ausstellung „Bühne frei für Athena: Das Parthenon-Puzzle“ präsentiert diese Forschungsergebnisse zum ersten Mal der Öffentlichkeit und vereint hochkarätige Leihgaben unter anderem aus dem British Museum in London und dem Akropolismuseum in Athen mit ausgewählten Exponaten der eigenen Sammlung.
Der im 5. Jahrhundert v. Chr. errichtete Parthenon war der Göttin Athena geweiht und zugleich ein machtvolles Symbol für Reichtum, Einfluss und kulturelle Strahlkraft Athens. Sein Ostgiebel zeigte die Geburt der Athena aus dem Haupt des Zeus – ein urzeitlich-kosmologisches Ereignis, das aus antiken Schriftquellen überliefert ist.
Im Zuge der Christianisierung wurden große Teile der insgesamt 39 Figuren umfassenden Komposition zerstört. Obwohl sämtliche bekannten Fragmente bereits 1910 publiziert wurden, blieben zentrale Fragen nach der ursprünglichen Anordnung und Gestalt des Ensembles bislang ungeklärt.
Nun gelang dem Forschungsteam unter der Leitung von Vinzenz Brinkmann ein entscheidender Durchbruch: Zahlreiche Fragmente konnten einzelnen Figuren neu zugeordnet und mithilfe archäologischer, kunsthistorischer und technologischer Verfahren schließlich zu einem fundierten Gesamtbild zusammengeführt werden. Darstellungen auf Reliefs römischer Sarkophage lieferten entscheidende Hinweise auf die ursprüngliche Komposition.
Mithilfe moderner Verfahren wie 3D- Scanning wurden die Fragmente digital zusammengeführt und schließlich ein maßstabsgetreues Modell der Figurengruppe rekonstruiert.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist eine eindrucksvolle, szenografische Inszenierung, die den Besucher Schritt für Schritt durch den Prozess der Rekonstruktion führt. Hochkarätige Leihgaben aus internationalen Sammlungen, darunter aus den Vatikanischen Museen, dem Louvre in Paris und dem Museo Archeologico Nazionale di Venezia, veranschaulichen Forschungsergebnisse und machen die Zusammenhänge nachvollziehbar.
Ein Überblick zur rund zweihundertjährigen Forschungsgeschichte des Parthenons ergänzt die Präsentation. Den Abschluss bildet eine eigens entwickelte Animation, in der die Figuren des Ostgiebels zum Leben erwachen und die Rekonstruktion eindrucksvoll erfahrbar wird.
„Bühne frei für Athena: Das Parthenon-Puzzle“
vom 18. November 2026 bis 25. Juli 2027
Liebieghaus Skulpturensammlung, Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt am Main
https://liebieghaus.de/
Öffnungszeiten: Di, Mi 12.00–18.00 Uhr, Do 10.00–21.00 Uhr, Fr–So 10.00–18.00 Uhr, montags geschlossen





