Der „Lech Mountain Mirror“ von Snøhetta architects.

Ein neues touristisches und künstlerisches Highlight bietet die Stadt Lech am Arlberg im österreichischen Bundesland Vorarlberg im Sommer: Dort gibt es in 2100 m Höhe ein besonderes Wasserbecken, in dem sich die umgebenden Gipfel spiegeln. „Lech Mountain Mirror“ ist sein Name, entworfen wurde es von dem norwegischen Architekturbüro Snøhetta.

Die Besonderheiten sind, dass die Wasserfläche das Dach der Endstation der Gondelbergbahn nutzt. Das Becken hat 275 m² Fläche und umfasst eine Wassermenge von 175 m³. Es reinigt sich selbst und ist immer klar. Allerdings ist dieser Spiegel abhängig von der Wetterlage: Je nach Wind verwischen Wellen das Abbild der Berge.

Das Becken ist nur in den Sommermonaten von Juni bis Oktober gefüllt.

Der „Lech Mountain Mirror“ von Snøhetta architects.

Ziel ist, den Besuchern eine ungewöhnliche Perspektive auf die Berge zu bieten. Dafür gibt es im Becken Trittsteine, über die man zu einem bestimmten Punkt gelangen kann. Dort ist man mitten im Wasser sozusagen allein mit sich und der Welt.

Drumherum hat man es nämlich mit Trubel zu tun: Die Bergbahn bringt unablässig Gäste nach oben, und auch zu Fuß oder mit dem Mountainbike kann man die Bahnstation erreichen. Direkt nebenan liegt das Restaurant Balmalp, dessen Küche von alpinen Klassikern bis zu mediterranen Gerichten reicht.

Der „Lech Mountain Mirror“ schließt sich an zwei künstlerische Installationen in der Bergregion in den vergangenen Jahren an. Von 2010 bis 2012 war dort die Installation „Horizon Field“ des britischen Künstlers Antony Gormley zu sehen: Es waren 100 Figuren aus Eisen, die auf exakt 2039 m Höhe an den Hängen platziert waren. Die jeweils 640 kg schweren und 1,89 m großen Eisenmänner aus massivem Gusseisen waren Abgüsse der Gestalt des Künstlers selbst.

Seit die Gesamtinstallation 2012 abgebaut wurde, ist nur die Figur oberhalb der Kriegeralpe in Lech verblieben. Sie kann von der Terrasse dort ganzjährig betrachtet werden.

Der „Lech Mountain Mirror“ von Snøhetta architects.

Jedoch blieb seitdem die Idee von Kunst in den Bergen am Leben, und als nächste Installation kam 2018 „Sky Space Lech“ des US-Lichtkünstlers James Turrell in 1780 m Höhe auf dem Berg Tannegg. Es handelt sich um einen Rundbau mit einer Aussparung im Dach.

Bei Einbruch der Dämmerung werden die Wände und die Decke in farblich wechselndes Licht getaucht. Der Himmel wird beim Blick durch die Öffnung im Dach als Teil des Raums erlebbar. Für eine 2. Kunstaktion kann die Kuppel geschlossen und mit dem „Ganzfeldraum“ bespielt werden: „Die Wahrnehmung der Betrachter wird irritiert und verzerrt. Die zuvor noch klar wahrgenommene Raumstruktur löst sich auf“, heißt es auf der Webpage der Installation.

Der Zugang zum „Sky Space Lech“ führt über einen unterirdischen Tunnel. Der Kuppelbau ist je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeiten zugänglich.

Lech Mountain Mirror

Horizon Field

Sky Space Lech

Fotos: Lech Begbahnen