Für auswärtige Besucher von Dresden befindet sich der Höhepunkt des neuen Stadtforums im 1. Stock des Gebäudes: Es ist das auf 54 m² ausgebreitete, quasi: riesige Stadtmodell, das die bauliche Entwicklung der Stadt an der Elbe veranschaulicht. In ihm sind die bereits existierenden Gebäude weiß lackiert, geplante oder im Bau befindliche aus Holz eingefügt.
Für die weniger an Stadtplanung als mehr an Architektur interessierten Besucher bietet der Neubau von Tchoban Voss Architekten und Barcode Architects auch einiges.
Da ist zum Beispiel die Fassade. Sie ist in drei Teile gegliedert, an denen sich die Funktionen der Räumlichkeiten dahinter ablesen lassen: Unten sind es die öffentlichen Teile des Gebäudes und in den zwei Teilen mit fünf Geschossen darüber die Stadtverwaltung. Deren Büros waren zuvor über viele Standorte verteilt gewesen.
Markant an der Fassade sind zwei weitere Gestaltungen: Ein Raster von senkrechten Fenstern ist über die Gebäudehaut gelegt, das das Bild vieler historischer Bauten in der Stadt aufgreift.
Außerdem gibt es Öffnungen in der Fassade: Im unteren Teil ist es der verglaste Haupteingang, an zwei Seiten Aussparungen wie überdimensionale Fenster.
Auch vom Material her haben die Architekten die Fassadenteile deutlich getrennt: Unten bestimmt Dietfurter Kalkstein das Bild; oben ist es eine Krone aus bronzebraunem Aluminium.
Für den Naturstein entschieden sich die Architekten, um einen Einklang mit dem Sandstein in der nahen Altstadt herzustellen. Im unteren und mittleren Teil sind die Laibungen der Fenster schräg angeordnet. Im mittleren Teil sind die Fensterformate im Versatz gruppiert.
Detail am Rande: Im Erdgeschoss auf den Fensterstürzen und darüber auf den Fensterklappen befinden sich Reliefs mit dem Stadtwappen. Sie greifen in bescheidener Form die Verzierungen und Ornamente auf, die man in der Altstadt häufig an den Fassaden findet.
Markant ist auch das Volumen des Gebäudes, das an der Nordseite spitz zuläuft.
Mit dem Stadtforum haben die Architekten ein Zeichen für die geplante Neugestaltung des ganzen Gebiets rund um den Ferdinandplatz gesetzt: Es betont die Offenheit für die Bürger, dies auch durch eine „Agora“ im 1. und 2. Geschoss mit Platz für 1200 Gäste. Dieser Aufenthaltsraum ist informell nutzbar mit zusätzlichen Café-, Lounge- und Ausstellungsflächen.
Fotos: Klemens Renner, Egbert de Boer
Landschaftsplanung: Noack Landschaftsarchitekten, Dresden
Statik: Ingenieurgesellschaft Beton-Fertigteil-Bau mbH, Dresden
Haustechnik: Zimmermann und Becker GmbH, Leipzig
Brandschutz: Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH Ingenieurgemeinschaft für Bautechnik, Dresden
Bauphysik: Werner Genest und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden
Küchenplanung: Planungsbüro Bellmann, Gera Fotograf: Egbert de Boer, Klemens Renner












