Eine außergewöhnliche Wand aus Natursteinen steht im Mittelpunkt eines hypermodernen Lofts in Manhattans Bezirk Tribeca: Sie ist die zentrale Orientierung, quasi der rote Faden der Gestaltung, in diesem Apartment mit 553 m² (3800 sf) Fläche und kündet von der Begeisterung des Bauherrn für außergewöhnliche Innenarchitektur und künstlerisches Design. Während nämlich anderswo die Wände als Kennzeichen haben, dass sie gerade – sozusagen: verlässliche – Flächen sind, besteht diese Wand aus rund 40 nebeneinander platzierten Steinelementen, die vor- und zurückspringen und kaum irgendwo einen rechten Winkel haben.
Die Wand ist eigentlich eine Skulptur, hat aber auch ihre Funktion: Sie trennt den privaten Bereich der Wohnung vom öffentlichen, wo auch Gäste hinkommen.
Dazu beginnt sie auf beiden Seiten der Aufzugstür, verläuft auf der einen Seite entlang eines schmalen Gangs in Richtung Master-Bedroom und auf der anderen in Richtung Wohnzimmer inklusive Küche. Dort übernimmt sie die dominante Rolle in der Innenarchitektur.
Als Gegensatz zur Steinwand dient in diesem Raum die Fensterseite mit großen Bögen, durch die man einen weiten Blick über die Hochhäuser in der Umgebung und die Greenwich Street hat.
Als Architekten wählte der Bauherr Voorsanger Architects. Die erkannten schnell, dass der Auftraggeber ein Faible für Kunst und Design hat und selber bei der Gestaltung mitwirken wollte. „Der Kunde war sehr engagiert und voller Leidenschaft und legte großen Wert darauf, ein Zuhause zu schaffen, das sowohl einzigartig als auch ganz persönlich sein sollte“, heißt es auf der Webpage von Voorsanger.
Er hatte sich für eine Wohnung im Bezirk Tribeca (Triangle Below Canal Street) von Manhattan entschieden, einem ehemaligen Industrieviertel, das inzwischen mit vielen Bars, Boutiquen und zahlreichen Stars unter den Bewohnern zu einer schicken Zone geworden ist. Das Finanzielle spielte für ihn keine Rolle: Er hatte im Finanzgeschäft in vielen Ländern weltweit sein Geld gemacht und war nun für einen neuen Job nach New York City zurückgekehrt.
Allein die Gestaltung seines Lofts schlug mit über einer Million US-$ zu Buche, wie es in einem Bericht in der New York Times heißt.
Die Steinwand verlangte von dem ausführenden Unternehmen Precision Stone eine Menge. Das reichte vom superpräzisen Zuschneiden der einzelnen Platten bis zu deren Installation. Der Stein ist nur etwas über einen Zoll (2,54 cm) dick. „Konisch zulaufende Teile, abgewinkelte Rücksprünge und versetzte horizontale Fugen müssen nahtlos ineinander übergehen, während die Wand ihre Richtung ändert und auf den Aufzug, die Türrahmen oder die Kaminöffnung trifft“, beschreibt Precision Stone die Aufgabe.
Die dominierende Farbe in dem Loft ist weiß. Die Steinwand aus geflammtem Pompignan-Kalkstein bringt sanfte Töne von Grau über Braun bis Pink ein. Das Holz auf dem Fußboden ist dunkelbraun, Schwarz gibt es in den Möbeln.
Metallische Töne findet man rund um den Kamin und im weitläufigen Master-Bedroom.
Um die Steine auszusuchen, besuchte das Team den Steinbruch in Frankreich. Die Fensterbänke sind ebenfalls aus Kalkstein. Sie dienen einerseits als Sitzgelegenheiten für den Blick tief in die Straßenschlucht und andererseits als Verkleidung für die Klimaanlage.
Einen besonderen Akzent setzen auch die Möbel, besonders der moderne Kronleuchter über dem Esstisch, die größtenteils von Bart Voorsanger und Martin Stigsgaard entworfen wurden. Auf der Webpage von studioSTIGSGAARD sind die einzelnen Kreationen näher beschrieben.











