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Neues Störtebeker-Denkmal mit Granitsäule in Hamburg

Eine Kogge krönt in luftiger Höhe das Störtebeker-Denkmal in Hamburg-Hammerbrook. Einweihung war am 28. November 2014.

Hamburg hat ein neues Denkmal für einen Seefahrer, wieder für einen Piraten: Klaus Störtebeker. Das Monument steht auf dem Kreisverkehr vor dem Haus gleichen Namens im Stadtteil Hammerbrook und ist knapp 14 m hoch.

Es zeigt aber nicht den Seeräuber selbst, denn viel um seine historische Figur aus den Zeiten der Hanse ist unklar. Zu sehen ist auf der Säule eine Kogge, wie sie damals das übliche Handelsschiff war und wie sie wohl auch die „Vitalienbrüder“ genannten Seeräuber benutzten. 4 m hoch und 3 m lang ist das Gefährt in luftiger Höhe.

4 m hoch und 3 m lang ist das Schiff.

Es ruht auf einem gegossenen und vergoldeten Kapitell, das den Abschluss einer Säule aus schwarzem, polierten Gabbro („Indian Black“) bildet. Die Säule erhebt sich auf einem Sockel aus dem dunkelroten und ebenfalls polierten Granit G804 („Tianshan Red“). Die Natursteine lieferte die Firma Besco Berliner Steincontor.

Insgesamt wiegt das Denkmal 35 t. Als Fundament dient eine Betonplatte mit Gründungspfählen.

Den Granit für die Säule und für den Sockel lieferte die Firma Besco Berliner Steinkontor.

Finanziert wurde das Denkmal von dem Millionär Achim Becker, der es im Münzhandel zu Reichtum gebracht hat und der vor 10 Jahren schon das Störtebeker-Haus mit Natur- und Backstein in der Fassade sowie viel Marmor im Inneren errichten ließ. Vom Hamburger Abendblatt nach dem Grund für die Denkmal-Ausgaben in geschätzter sechsstelliger Höhe befragt, antwortete der Chef des Münzen-Handelshauses Emporium: „Der eine kauft sich ein Auto für 125.000 Euro, oder eine Segelyacht, oder fährt in den Urlaub. Das mach’ ich alles nicht.“

Die Geschichte der Piraten auf Ost- und Nordsee liest sich wie ein Lehrstück in Sachen Politik: um 1390 lag das Herzogtum Mecklenburg im Streit mit dem Königreich Dänemark und veröffentlichte einen bemerkenswerten Aufruf: Jeder, der eigene Schiffe ausrüstete und damit dänische Seefahrer aufbrachte, sollte straffrei ausgehen und zudem die erbeuteten Güter in den Städten Wismar und Rostock absetzen dürfen.

Da es zu jener Zeit eine Agrarkrise gab, kam „viel loses und böses Volk“ zusammen, wie es in einer späteren Chronik heißt. Der Schaden für das Königreich Dänemark war enorm, und zeitweise verzehnfachte sich in deutschen Landen der Preis für Hering aus der Ostsee.

Im Jahr 1395 wurden die Streitigkeiten beigelegt. Ausdrücklich festgelegt wurde der 25. Juli jenes Jahres als Datum, bis zu dem man den Vitalienbrüdern das Handwerk gelegt haben wollte.

Das Datum erwies sich als frommer Wunsch, und in der Folgezeit setzten die Seeräuber jeglichem Handel auf der Ostsee sehr zu. Erst 1398 wurden sie vom Deutschherrenorden geschlagen und vertrieben.

Allerdings wichen Störtebeker und Gödeke Michels als Anführer nur in die Nordsee aus, womit nun die Hansestädte Hamburg und Bremen das Problem auf dem Tisch hatten. In den Heerzügen der Jahre 1400 und 1401 wurden die Seeräuber aber vernichtet.

Sehr dramatisch müssen die Kaufleute jener Zeit die organisierte Piraterie auf den Nordmeeren erlebt haben, denn eindringlich warnten sie mögliche Nachahmer: „Die abgeschlagenen Köpfe der Vitalienbrüder ließ man zur Abschreckung auf Pfählen längs der Elbe aufstellen“, heißt es in dem Buch „Die Hanse“ von einem Autorenteam um Rolf Hammel-Kiesow.

Auf dem Grasbrook in der Hafen-City, dem vemuteten Hinrichtungsort, gibt es bereits ein Störtebeker-Denkmal.

Besco Berliner Steincontor

Störtebeker-Haus

Fotos: Besco

(25.01.2015)