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Brasiliens Naturstein-Statistiken zeigen einen anhaltenden Rückgang bei den Erträgen aus den Exporten

Falls Brasiliens Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland 2018 sich so präsentiert wie seine Steinbranche zurzeit, wird es kein großer Erfolg. Relief in Granit aus dem Centennial Olympic Park in Atlanta, USA.

Der Landesverband Abirochas hat seine Publikation „Informe“ für 2017 vorgelegt / Preisverfall vermutlich infolge eines Überangebots

Die Dinge sehen nicht gut aus für Brasiliens Steinbranche: abgesehen davon, dass der Inlandsmarkt für Naturstein im Verlauf der Krise der vergangenen Jahre eingebrochen war, sehen auch die Zahlen für die Exporte nicht gut aus: 2017 gingen sie nach Wert im Vergleich zum Vorjahr um (-)2,74% und nach Tonnage um (-)4,10% zurück und erreichten zuletzt 1,1071 Milliarden US-$ beziehungsweise 2,36 Millionen t. Das ist eine der Zahlen aus dem regelmäßigen Bericht, den der nationale Verband Abirochas für das Jahr 2017 vorgelegt hat („Informe 1/2018“).

Wenn man noch die Zahlen der Vorjahre hinzunimmt, wird die Lage schon mulmig: 2015 waren die Exporte um (-)5,3% nach Wert und um (-)8,78 % nach Volumen zurückgegangen. Schon 2016 hatte sich der Wert der Ausfuhren um (-)5,85% reduziert, wobei jedoch gleichzeitig die Tonnage um +5,82% % gestiegen war.

Insgesamt deuten diese Zahlen darauf hin, dass es ein Überangebot an brasilianischem Naturstein gibt und dass die Lieferanten sich mit Niedrigpreisen gegenseitig unterbieten, um ihren Maschinenpark auszulasten.

Cid Chiodi, vom Expertenbüro Kistemann & Chiodi Assessoria e Projetos, der im Auftrag des Landesverbands die Studie erstellt und nicht müde wurde, auf strukturelle Probleme in Brasiliens Steinbranche hinzuweisen, scheint das Klagen inzwischen leid geworden zu sein.

Im „Informe 1/2018“ konzentriert er sich lieber auf die Quarzite, von denen Brasilien reichlich hat und nach deren hellem und teils glasigem Erscheinungsbild es angeblich weltweit eine große Nachfrage gibt. Die großen Lagerstätten dieser Materialien liegen in den Bundesstaaten Ceará und Minas Gerais.

Daneben gibt Chiodi einen Überblick, wie sich die Produktion verschiedener Sorten über die Bundesstaaten verteilt:
* Espírito Santo liefert die Standards, das sind farblich homogene Granite vor allen in den Farbtönen Gelbgrün und Schwarz;
* große Chancen sieht Chiodi für die farblich wilden und in den Strukturen sehr bewegten Exóticos aus dem sogenannten Nordeste mit den Bundesstaaten Ceará und Rio Grande do Norte sowie aus dem weiter südlich gelegenen Bahia;
* Marmore kommen bisher vor allem aus Bahia, Paraná und Santa Catarina; in Mato Grosso und Mato Grosso do Sul gebe es große Lagerstätten für viel versprechende Sorten;
* Minas Gerais liefert auch Schiefer, Spaltquarzite (quartzitos foliados) und Speckstein.

Schließlich: „Wie in zahlreichen anderen Ländern steigt auch in Brasilien der Konsum an künstlichen Steinmaterialien“, konstatiert Chiodi.

Einige weitere Aspekte aus der Studie in Kurzform:
* die Importe von Naturstein nach Brasilien stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich um +12,6% nach Preis und um +7,26% nach Tonnage. Im Jahr 2017 erreichten sie 35,9 Millionen US-$ (63.100 t).
* Diesen Anstieg wertet Chiodi als Indiz dafür, dass sich die Baubranche in Brasilien nach Jahren der Krise erholt. Gespräche mit Firmen hätten diese Entwicklung bestätigt.
* Die Exporte gingen in 177 Länder, aber nur in 8 konnte Brasilien Waren im Wert von mehr als 10 Millionen US-$ verkaufen.
* Die schon lange beklagte Monokultur bleibt weiter bestehen: bei Platten geht fast alles allein die USA; als Abnehmer von Rohblöcken liegt China mit Abstand an der Spitze, gefolgt von Italien. Auf der Coverings in Altlanta nannte Verbandspräsident Reinaldo Dantas Sampaio Zahlen: „Derzeit ist Brasilien der wichtigste Lieferant von Natursteinplatten für die USA: 65% seiner Ausfuhren gehen dorthin. Das entsprach 2017 einem Wert von 692 Millionen US-$.“
* Obwohl Brasiliens Natursteinbranche auf dem Weltmarkt ein großer Player ist, spielt sie in der nationalen Exportbilanz des riesigen Landes nur eine winzige Rolle: nur 0,51% aller Ausfuhren wurden mit Naturstein erzielt.

Abirochas Informe 1/2018 (portugiesisch)

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(21.05.2018)