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Indiens Steinmetze streben eine professionelle Qualifizierung an

Steinmetzwettbewerb in Jaipur im Mai 2018.

In einem Wettbewerb in Rajasthan ging es darum, Kandidaten für die Teilnahme an den WorldSkills zu finden

„Kaushal Bharat, Kushal Bharat“, übersetzt etwa: Qualifizierung für Indien, ist eine 2015 gestartete Initiative der indischen Zentralregierung, die in dem Land mit rund 1,34 Milliarden Einwohnern eine neue Schicht von Facharbeitern mit zertifizierten Qualifikationen hervorbringen will. Das Programm steht im Rahmen weiterer Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung, etwa „Make in India“ (um Investoren anzuziehen), „Digital India“ (Software und Hardware) oder „Smart Cities“ (Die Stadt der Zukunft).

Landesweit stehen laut einer Webseite der Regierung für die Qualifizierungs-Initiative rund 15 Milliarden Rupien (₹) zur Verfügung, umgerechnet etwa 224 Millionen US-$ (192 Millionen €). In den Genuss der Mittel sollen 2,4 Millionen junge Leute aus wichtigen Berufen kommen.

Mitglieder der Jury und Teilnehmer an dem Wettbewerb. Vikram Rastogi (hinten, 3. v. li.), Nilabh Gangwar von SkillsIndia (hinten, 4. v. li.).

Steinmetze sind in das Programm aufgenommen, schließlich ist Indien ein bedeutender Produzent vor allem von Sandstein und Granit. Dazu fand im Mai 2018 auf dem Messegelände in Jaipur im Bundesstaat Rajasthan, dem Zentrum der Sandsteingewinnung, erstmals ein Wettbewerb mit 7 jungen Steinmetzen statt. Sie kamen aus verschiedenen Bundesstaaten im Westen des Landes. Ihre Aufgabe bei dem Wettbewerb lautete, innerhalb einer bestimmten Zeit eine praktische Aufgabe zu erledigen – so wie man es von den WorldSkills kennt, der Olympiade der Berufe.

(v.l.n.r.) Mr. Kuldeep, 2. Preis; Vikram Rastogi; M. Manmadha Rao, Jurymitglied; Dahim Yaseen Bhat, 1. Preis.

In der Tat fand der Wettbewerb im Rahmen der IndiaSkills West statt und verstand sich als Testlauf für größere Herausforderungen: „Der Wettbewerb soll helfen, Kandidaten für die WorldSkills im Jahr 2019 in Kazan in Russland zu finden“, heißt es in einem Beitrag von Vikram Rastogi. Der betreibt das Stone Technology Center in Jaipur und hatte die Aufgaben für den Wettbewerb ausgearbeitet.

Da Indien so groß ist, sind die Ausscheidungen für die WorldSkills vielstufig: sie beginnen auf der Ebene der Distrikte, gehen dann weiter über Bundestaaten und ganze Regionen bis hin zu der nationalen Endauswahl.

In Jaipur hatten die Teilnehmer innerhalb von insgesamt 12 Stunden verteilt über 2 Tage aus Rohstücken von 86 cm x 28 cm x 28,5 cm konvexe, konkave und runde Formen herauszuarbeiten. Vorher hatten sie 1 Stunde Zeit gehabt, um sich in die Aufgabe einzuarbeiten und im gegebenenfalls Fragen zu stellen. Zum Schluss gab es noch ein halbe Stunde, um das Werkstück sauber zu machen. Die Teilnehmer waren alle nach dem 01. Januar 1997 geboren, also um die 21. Jahre alt.

Jeder durfte seine eigenen Werkzeuge mitbringen. Anreise, Übernachtung und Verpflegung trug das National Skills Development Council, das in die Initiative der Regierung einbezogen ist. Eine Jury beurteilte die Arbeiten.

Zwei Teilnehmer an dem Wettbewerb: einer aus dem Bundesstaat Maharashtra; einer, der mit einem Freilos in den Wettbewerb gekommen war.

Der Gewinner bekam ein Preisgeld von 21.000 Rupien (umgerechnet etwa gut 310 US-$, 260 €), der 2. Preisträger 11.000 Rupien (160 US-$, 130 €). Die Steine stellte der Veranstalter zur Verfügung.

Das Regierungsprogramm, das neben dem flotten Slogan „Kaushal Bharat, Kushal Bharat“ auch den bürokratischen Titel Pradhan Mantri Kaushal Vikas Yojana (PMKVY, etwa: (Qualifizierungsprogramm des Premierministers), trägt, fördert gezielt junge Leute und auch Institutionen, die berufliche Ausbildung anbieten. In dessen Rahmen kann ein Teilnehmer 8000 Rupien Zuschuss bekommen.

Im Vorfeld des Programmstarts waren die Qualifikationen ermittelt worden, die von besonderer Bedeutung für den Aufbau der Wirtschaft sind. „Besondere Beachtung liegt dabei auf verbesserten Lehrplänen, verbesserter Pädagogik und besseren Trainern“, schreibt die Regierung.

Die Teilnehmer der Kurse sind aufgefordert, ihrerseits eine Beurteilung ihres Kurses abzugeben. Dafür gibt es ein „Beschwerdeverfahren“.

Auch wurde ein Programm zur Förderung junger Unternehmensgründer eingerichtet.

Über Stone-Ideas.com wurde inzwischen ein Kontakt zwischen Vikram Rastogi und europäischen Teilnehmern der WorldSkills hergestellt. Es geht unter anderem darum, der indischen Seite bisherige Aufgaben zur Verfügung zu stellen, damit man das eigene Niveau realistisch einschätzen kann.

WorldSkills India / IndiaSkills

Stone Technology Center, Vikram Rastogi

Pradhan Mantri Kaushal Vikas Yojana

Fotos: Stone Technology Center

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(20.07.2018)