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Themen des Jahres 2019: Marketing mit neuen Ideen wie zum Beispiel Produktdesign oder Emotionen

Die Steinbranche muss sich der Bedrohung stellen und ebenfalls ins Marketing einsteigen.

Peter Becker, Chefredakteur von Stone-Ideas.com, fragt, was in den nächsten 12 Monaten kommt und was von der Branche kommen müsste

Es hat in den letzten 10 Jahren gravierende Veränderungen auf fast allen Märkten gegeben, auf denen die Firmen der Steinbranche aktiv sind. Sowohl bei den Fassaden, als auch bei Fußbodenbelägen, Küchenarbeitsplatten oder in Bädern sind neue Materialien aufgetaucht, die den Steinbruchbesitzern das Leben schwer machen. Sie heißen Engineered Stones, Quarzkomposit-Materialien oder Großkeramiken.

Theoretisch betrachtet, sind diese Märkte seit einige Zeit sehr viel mehr kunden-zentriert als jemals zuvor: der Verbraucher, der ehemals nur aus denjenigen Materialien auswählen konnte, die es eben gab, kann sich nun aus einem viel größeren Angebot bedienen. Das gilt auch für die Preisklasse des Naturstein, wo sich nun die genannten Kunststeine oder Keramikkopien tummeln.

Die Steinbranche hat darauf und auf die enormen Marketing-Maßnahmen der neuen Konkurrenten bisher nur mit Unwohlsein reagiert.

Nun muss sie sich der Bedrohung stellen und ebenfalls ins Marketing einsteigen.

Das US-Natural Stone Institute ist mit seiner Kampagne „Use Natural Stone” in diesem Feld bereits seit 2016 aktiv.

Aber, für die Welt außerhalb der USA: Was tun, wenn bekanntlich die Mittel der Steinbranche knapp sind?

Ganz einfach: sie muss Ideen entwickeln, die zur ihrer Struktur aus lauter kleinen und mittelgroßen Firmen (KMU) passen. Hinweis: es gibt keine Stein„Industrie“, die große Kampagnen machen könnte.

Das hat sich zuletzt vor 10 Jahren in Frankreich gezeigt. Es gibt Ausnahmen, zugegeben, etwa Belgien oder eben die Schweiz, die Marketingkampagnen hinbekommen. Aber das sind Ausnahmen.

Für die anderen kann Produktdesign ein probates Marketing-Werkzeug sein. Gemeint sind damit Produkte für den Alltagsgebrauch oder Möbelstücke, in denen Stein verwendet wird.

Mit ihnen können die Steinfirmen auf die Messen für Architektur und Design gehen und ihr Material und seine Verwendungen propagieren.

Solche Objekte machen auch den Stein in den Haushalten wieder sichtbar – und wenn der potenzielle Kunde den Stein im positiven Umfeld sieht, hat er ihn schon gekauft.

Einige Unternehmen, etwa Lundhs aus Norwegen, machen das schon vor – solche und mehr Ideen finden sich in unserer Rubrik „Märkte – Naturstein verkaufen“.

Wohlgemerkt: es hier nicht um spektakuläre Design-Objekte, wie sie Italiens Steinbranche auf den Messen präsentiert. Solche taugen nur zur Werbung für das „Made in Italy“ – andere Länder müssen ihr eigenes Profil entwickeln.

Funktionalität der Objekte muss ihre Leitlinie sein.

Ein anderer Aspekt des Marketings für Naturstein ist, ihn mit Emotionen dem Verbraucher nahe zu bringen. Denn: Materialien von Menschenhand tragen keine Emotionen in sich. Nur Naturstein, gleichfalls Holz, auch Lehm und andere mehr sind von Haus aus mit Gefühlen und Geschichten aufgeladen.

Das wissen die Steinleute zwar, nutzen es aber bislang zu wenig.

Gleiches gilt für die ökologischen Stärken des Natursteins. Auch hier lohnt der Blick auf die Konkurrenz.

Generell kann man vorhersagen: auch in diesem Jahr wird, nach dem aktuellen Stand der Dinge, der weltweite Trend zu ökologischen Materialien zunehmen. Das heißt auch, dass (im Westen) mehr und mehr Leute bereit sind, Geld für heimische Materialien auszugeben, um die Umweltbelastungen aus Transporten klein zu halten.

Weitere Themen des Jahres 2019 werden sein:
* die Maßnahmen von US-Präsident gegen Importe aus China. Wir hatten über den Stand der Dinge berichtet. Es bleibt abzuwarten, wo und wie chinesische Exporteure neue Märkte suchen;
* der Brexit am 29. März 2019 wird seine Folgen wohl erst auf lange Sicht zeigen. Wenn das Britische Pfund noch schwächer wird, werden Lieferungen von Stein und Maschinen ins Vereinigte Königreich irgendwann zu teurer.

Märkte – Naturstein verkaufen

See also:

 

 

 

 

(28.01.2019)