www.stone-ideas.com

Stonetica entwickelt bekannte Ideen für die Verwendung von Marmor-Reststücken weiter

Stonetica: Marmor Calacatta.Stonetica: Marmor Calacatta.

Die zusammengeklebten Platten können Architekten auch für den Bau verwenden und damit optimale Umweltbewertungen erhalten

Nicht gänzlich neu ist das Geschäftsmodell der italienischen Marke „Stonetica“ für den Umgang mit Abfall aus der Natursteinproduktion. Jedoch beinhaltet es einige neue Denkanstöße, weshalb wir darüber berichten.

Stonetica mit Sitz in Pietrasanta in der Carrara-Region setzt Verschnitt oder Reststücke zu neuen Platten zusammen, das kennt man. Als erster hatte das 2011 die Firma Salvatori mit ihrer Marke „Lithoverde“ gemacht. Während aber Salvatori dem neuen Material einen eher künstlerischen und elitären Touch gab, stellt man bei Stonetica eher den aktuellen Zeitgeist in der Vordergrund.

Die Stonetica-Platten sind nämlich auch in richtig großen Formaten erhältlich. Wer als Bauherr diese verwendet, erreicht damit für sein Gebäude problemlos Umweltzertifizierungen wie LEED oder BREAM. Die notwendigen Zertifizierungen liegen vor.

Nicht nur das: dass Stonetica aus Reststücken zusammengesetzt wird, bietet auch die Möglichkeit, für einen Kunden ein ganz individuelles Material zu komponieren. Das ist eine Idee mit philosophischem Tiefgang: denn man Stonetica auch als Material verstehen, zu dessen Aussehen die Natur nur einen Vorschlag gemacht hatte und bei dem der Mensch über das endgültige Erscheinungsbild entscheiden darf.

Wir hatten anlässlich der Möbelmesse Salone del Mobile in Mailand 2019 von einem Projekt der Firma Budri berichtet, die ebenfalls ihre eigenen Steinsorten komponierte.

Stonetica: Giallo Siena.Stonetica: Giallo Siena.

Stonetica ist seit 2018 am Markt. Es wurde gegründet von der Firma Petris, die aktuell in der 2. Generation im Steingeschäft tätig ist.

Bislang hat man 7 Stonetica-Sorten, die allesamt aus Marmor von Restbeständen heimischer Firmen zusammengesetzt sind. Firmengründer und –chef Alessandro Franci will sich zunächst auf Material aus den Apuanischen Alpen beschränken, ist aber grundsätzlich offen für neue Ideen: „Wir haben unser Konzept noch nicht mit Granit ausprobiert, aber das Zurechtschneiden der Einzelelemente könnte hier teuer werden“, antwortet er auf unsere Frage.

Dazu kommt dann noch ein umweltfreundliches Harz als Kleber, so dass bei Stonetica am Ende zwischen 98,6% und 99,4% Marmor sind. Am Ende müssen die Oberflächen geschliffen und können poliert werden.

Die Firma geht noch in einer anderen Hinsicht moderne Wege. Denn man sieht sich nicht nur als Zulieferer für Steinmaterialien, sondern auch als Hersteller von Endprodukten. Das können Fliesen sein, jede Art von Cut-to-Size und genauso Designobjekte.

Stonetica: Breccia Capraia.Stonetica: Breccia Capraia.

Man sieht sich als Systemanbieter, so der Fachbegriff aus den Wirtschaftswissenschaften.

Apropos Design: bisher hat man nur mit Designer Moreno Ratti zusammengearbeitet, der sich mit Ideen für das Recycling von Naturstein-Reststücken schon einen Namen gemacht hat. Auf der kommenden Marmomac in Verona will Stonetica auch Objekte anderer Designer präsentieren.

Die Platten sind in Maximalgrößen von 310 x 162 cm (122 x 64 ”) zu bekommen. Bei einer Dicke von 27 mm (1-1/16 ”) beträgt das Gewicht 75 kg per m², bei 16 mm (5/8 ”) 44 kg per m². Verschiedene Oberflächenbearbeitungen sind möglich.

Stonetica

See also:

 

 

 

 

(05.08.2019)