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Wo Architekten die Schwachpunkte von Naturstein sehen: im Preis und bei der Reinigung

Wasser, das in die Bodenfliesen eindringt, sorgt immer für große Aufregung. Weil sich der Stein vorübergehend verdunkelt.

Der deutsche Naturwerksteinverband DNV hat eine Befragung zum Image von Marmor, Granit & Co bei den Bauleuten gemacht

Wie eigentlich ist das Image der Natursteine bei den Architekten, was schätzen sie am Material und was nicht?

Darauf kann jeder aus der Branche eine Antwort geben – genauer gesagt: jeder, der da Steine verkauft, zimmert sich anhand der eigenen Erfahrungen mit Architekten oder auch bloß anhand von Mutmaßungen eine Antwort zurecht.

Nun gibt es endlich verlässliche Daten dazu, die über den Einzelfall hinausgehen: Der Deutsche Naturwerksteinverband (DNV) hat Architekten in Deutschland befragen lassen, weshalb sie Stein verwenden und was sie gegebenenfalls davon abhält.

Konkret dreht sich die Studie um Bodenbeläge – man hätte aber auch jede andere Verwendung abfragen können, denn es ging eigentlich nur um das Image, das der Naturstein bei den Architekten hat.

Am spannendsten sind dabei die Erkenntnisse, wann und warum Naturstein nicht gut wegkommt. Das sind nämlich die Felder, in denen die Branche aktiv werden muss.

Es ist: der Preis und die Reinigungsfreundlichkeit.

Was den Preis angeht, war das Ergebnis der Studie zu erwarten. Der DNV liefert deshalb gleich eine Strategie mit, wie Naturstein-Verkäufer mit der unabänderlichen Situation umgehen können: wenn sie nämlich den hohen Preis mit der langen Haltbarkeit des Steins in Verbindung bringen, rechnet sich Naturstein plötzlich wieder.

Ein gutes Argument ist hier auch, dass Naturstein problemlos aufgearbeitet werden kann und dass der Kunde sich auch über die Jahre daran kaum sattsehen wird.

Apropos Reinigungsfreundlichkeit: Hier gab es in der Vergangenheit offenbar große Versäumnisse der Branche. Denn die Gleichung „Natursteinreinigung = kompliziert“ hat sich inzwischen in der Öffentlichkeit festgesetzt.

Dabei gilt in Wirklichkeit:
* ein Granit etwa als Bodenbelag ist keineswegs komplizierter zu reinigen als Betonstein;
* und falls es vor Ort besondere Anforderungen gibt, kann ein Naturstein problemlos imprägniert werden;
* allerdings können einzelne Sorten bei bestimmten Verwendungen Probleme bereiten. Die Liste dieser Fälle kann lang sein, weil manche Verkäufer nicht auf ungeeignete Verwendungen hinweisen.

Reiner Krug, Geschäftsführer des DNV, bringt es auf den Punkt: „Die Architekten kennen die Vielfalt der Steinsorten nicht, und das führt dann dazu, dass Probleme bei einer Gelegenheit auf die gesamte Branche übertragen werden.“

Die Befragung zeigte jedoch auch einmal mehr die Stärken der Natursteine. Sie waren zu erwarten: in Sachen Schönheit und seiner dekorativer Wirkung liegt Naturstein an 1. Stelle in der Gunst der Architekten. So kommt es, das er laut Befragung für die Eingangsbereiche etwa von Hotels oder Kliniken das bevorzugte Material für die Böden ist, und dass umgekehrt in Einkaufszentren Keramik und Terrazzo favorisiert werden.

Gute Benotungen bekamen Naturstein auch im Hinblick auf Langlebigkeit, Recycling und Nachhaltigkeit.

Die Studie wurde im Februar 2019 von der Heinze Marktforschung online durchgeführt. Geantwortet haben 240 Architektur- und Planungsbüros aus Deutschland, die sowohl im Wohnungsbau als auch in anderen Baubereichen tätig sind. Das Portal www.heinze.de ist laut Selbstdarstellung „Deutschlands führende Informationsplattform für Bauprodukte, Firmenprofile und Architekturobjekte“.

Die detaillierten Ergebnisse der Befragung mit dem Titel „Welche Bodenbeläge haben bei Architekten die Nase vorn?“ können kostenlos von der Webpage des NDV heruntergeladen werden.

See also:

 

 

 

 

(14.08.2019)