IMM Cologne 2020: Nachhaltiges Wohnen ist aktuell der Trend Nummer eins

Firma <a href="https://www.woud.dk/"target="_blank">Woud</a>, Dänemark.

Naturstein war wieder vielfach ein Material im Möbelbau, wobei Marmorsorten vor allem mit kräftigen Farben viel verwendet wurden

Nachhaltiges Wohnen liegt an 1. Stelle bei den aktuellen Wohntrends, die sich auf der Messe IMM Cologne (13.-19. Januar 2020) zeigten. „Möbel werden stärker unter dem Aspekt der Klimaneutralität bewertet“, hieß es dazu in den Pressemitteilungen. Folglich würden gerne „natürliche Materialien und Vollholz eingesetzt“, und die Liste mit Beispielen für solche Materialien war lang und las sich folgendermaßen: „Bambus wird als Holzalternative genauso ausprobiert wie kunststoffverstärktes Papier als lederartiger Bezugsstoff. Flechtwerk aus Rattan, Weide oder Bambus bringen Wintergarten-Feeling ins Haus.“

Naturstein hingegen fand an keiner Stelle auch nur eine Erwähnung, auch wenn Marmor, Granit & Co an vielen Ständen präsent waren.

Wir folgern: Die Pressestelle der Messe und die Abteilungen, die ihr zuarbeiten, haben Naturstein nicht als natürliches und umweltfreundliches Material im Blick. Immerhin hatten sie noch 2018 Stein als Trendmaterial benannt.

Um die Trendanalyse der Messe der Messe zu vervollständigen:
* Nachhaltigkeit heißt, dass die Verbraucher sich auch für die Geschichte der Materialien interessieren, also „Materialherkunft, Recyclingfähigkeit und Unbedenklichkeit in Bezug auf Natur, Klima und Sozialstandards … Damit wird die Geschichte hinter dem Produkt, das Storytelling, immer wichtiger“, so die Messe;
* an 2. Stelle liegt „Grüner Wohnen“, womit unter anderem gemeint ist, dass die Möbel für draußen auch in den Innenräumen Verwendung finden;
* „Smarter Wohnen“ ist der Trend auf dem nächsten Platz: gemeint sind damit Möbel, die man steuern kann („Nachttische mit kabelloser Handy-Ladestation; Schränke, die die Stimmungsbeleuchtung übernehmen; Spiegelschränke mit Multimedia-Funktion; Tische, die sich unserem Bewegungs-Soll entsprechend verstellen und Sofas, die sich die individuelle Lieblings-Sitzposition merken; Leuchten, die uns beim Einschlafen helfen und Betten, die uns beim Schnarchen sanft in eine andere Position komplimentieren“;
* weitere Trends haben als Zielsetzungen „effizienter“, „komfortabler“, „grenzenloser“, „farbiger“ und dekorativer“ zu wohnen.

Zurück zum Naturstein.

Huatian Furniture, China.<a href="https://www.baxter.it/"target="_blank">Baxter</a>, Italien.<a href="https://www.wittmann.at/"target="_blank">Wittmann</a> Möbelwerkstätten, Österreich.<a href="https://www.ligne-roset.com/"target="_blank">Ligne Roset</a>, Frankreich.

Meist besteht seine Rolle darin, ein Akzent zu sein, der einem Möbelstück Eleganz und zeitlose Schönheit gibt. Drei Aspekte waren dabei in diesem Jahr auffallend:
* mehr als bisher wurden exotische Marmorsorten verwendet, solche mit kräftigen Farben und auch Strukturen;
* selbst bei Anbietern von einfachem Design im niedrigeren Preissegment findet man solche Steinsorten zuhauf;
* überraschend oft handelte es sich tatsächlich um echten Naturstein und nicht um Kunststeine.

Überrascht waren wir auch, wie viele ungewöhnliche Design-Ideen auf der Messe gezeigt wurden, etwa das Spiel mit den Adern in einer großen Platte (Draenert) oder das Spiel mit Sedimenten (Favius). Wir werden in den kommenden Ausgaben separat darüber berichten.

Zu erwähnen ist noch, dass Antolini, anders als in den Jahren zuvor, nicht präsent war, und Lundhs aus Norwegen nach einem Auftritt 2019 nicht wiederkehrte.

Was die Statistiken angeht, zählte die Messegesellschaft 128.000 Besucher (im Vorjahr waren noch 150.000 genannt worden). Davon kamen rund 50% aus dem Ausland, ähnlich wie 2019.

IMM Cologne, 18.-24. Januar 2021

Fotos: IMM Cologne / Peter Becker

Präsentation „Trend Atmospheres“ des Creative Directors der Messe, Dick Spierenburg, und der Stylistin Floor Knaapen.IMM Cologne 2020: „Trend Atmospheres.“

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(10.02.2020)