Eines der Leitthemen der BAU vom 11. bis 16. Januar 2021 lautet „Herausforderung Klimawandel“

Logo der Messe Bau in München.

Die Messemacher erhoffen sich, dass die Aussteller ihre Präsentationen danach ausrichten und Lösungen für Energie, CO2 und Abfall anbieten

„Die Leitthemen der Messe BAU alle 2 Jahre in München (11.-16. Januar 2021) geben den Takt vor und bringen Ordnung in die Produktvielfalt: viele Aussteller werden ihre Präsentationen danach ausrichten und entsprechende Lösungen anbieten“, schreibt die Messe. Eines lautet: Herausforderung Klimawandel.

Und weiter: „Die Baubranche brachte zwar in den letzten Jahrzehnten viele Innovationen im energieeffizienten Planen und Bauen auf den Weg, gleichzeitig verantwortet der Gebäudesektor weiterhin 14 % der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland – eigentlich sind es sogar 28 %, denn weitere Emissionen entstehen bei der Herstellung von Strom und Fernwärme oder von Baustoffen. Mithilfe bestehender Instrumente wie der EnEV oder KfW-Förderprogrammen werden zwar im Jahr 2030 einschlägige Emissionsminderungen erwartet, was aber nicht ausreicht, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Ein Ziel muss sein, durch Einsatz von alternativen Baustoffen die Menge an Abfall zu reduzieren. Denn 560 Millionen Tonnen – und somit 90 % – aller in Deutschland verwendeten mineralischen Rohstoffe werden jedes Jahr zur Herstellung von Baustoffen eingesetzt, an 54 % des Abfallaufkommens ist die Branche beteiligt, so rechnet es die Deutsche Bundesstiftung Umwelt vor. Und global betrachtet ist die Zementherstellung für mehr CO2-Emissionen verantwortlich als der gesamte Luftverkehr. Die Wahl des Baumaterials spielt also eine große Rolle angesichts des enormen Rohstoffverbrauchs.“

Die herausragende Ökobilanz von Naturstein hat der Verband DNV kürzlich in einer Studie nachgewiesen. Darin wurden Bodenbeläge aus Marmor, Granit usw mit solchen aus Großkeramik, Teppich, PVC, Laminat und Parkett verglichen. Alle diese Materialien hatten in ihrem Treibhauspotenzial deutlich schlechtere Wete als als Stein (Link siehe unten).

Als innovatives Material wird auf der Messe wird Typhaboard gezeigt, ein Baustoff aus Rohrkolben und mineralischem Bindemittel. Er ist vollständig kompostierbar und eignet sich für tragende und dämmende Wandelemente. Daran forscht gerade die Fraunhofer-Allianz Bau. Ebenso unter der Forscher-Lupe liegen sogenannte „Phase Change Materials“ (PCM) auf Basis von Zuckeralkoholen für Latentwärmespeicher oder Bio-Hybrid-Faserverbundkunststoffe u.v.m.

Neue Wege in Sachen Materialinnovationen zeigt auch UMAR (Urban Mining and Recycling). Es handelt sich um ein Forschungsgebäude in der Schweiz, das abgesehen von der tragenden Holzkonstruktion vollständig aus Rezyklaten besteht.

Derzeit entsteht in Dresden das erste Carbonbeton-Haus, bei dem Carbonfasern im Beton die bisher übliche Stahlarmierung ersetzen. Bereits vor rund 10 Jahrne hatte die Münchner Firma TechnoCarbonTechnologies Netze aus Carbonfaser mit Natursteinplatten kombinert und daraus tragende Wände für mehrgeschossige Gebäude konstuiert.

Weitere Themen sind:
* Regenerative Energie – Vorbild Skandinavien;
* Resilienz: Der optimale Umgang mit Veränderungen.

Bau München, (11.-16. Januar 2021)

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(26.05.2020)