Die Marmomac 2020 findet wie geplant statt (30. September – 03. Oktober) aber nur mit 5 statt 12 Hallen und mit einem neuen Zugang

Der neu gestaltete Eingang Re Teodorico. Der bisherige Haupteingang „CanGrande“ befindet sich ungefähr bei dem Fernsehtum im Hintergrund. Foto: Veronafiere

Unter dem Motto „Re-Start 2020 Project“ will die Veronafiere in Zeiten von Corona die Natursteinbranche wieder in Schwung bringen

Update: Dieser Tage teilte die IMM Carrara mit, dass sie vom vom 24.-26. September eine eigene Messe mit dem Titel „Ma.R.Mo 20.20“ in Carrara abhalten will (italienisch).
 

Unter das Motto „Re-Start 2020 Project“ hat die Marmomac ihre diesjährige Ausgabe gestellt. Anders als alle Steinmessen seit März dieses Jahres wird sie ihren ursprünglichen Termin (30. September – 03. Oktober) beibehalten. Jedoch gibt es tief greifende Veränderungen auf dem Messegelände: die 55. Ausgabe der größten Natursteinschau im Westen wird nicht mehr 12 Hallen plus Außengelände haben, sondern nur noch 5 mit reduziertem Außengelände. Und es wird nur noch einen Zugang geben, nämlich den Re Teodorico in der Viale del’Industria.

Mit dem neuen Motto will die Veronafiere ihren Anspruch unterstreichen, im Natursteingeschäft weltweit die Richtung vorzugeben. „Mit dieser Sonderausgabe soll die Natursteinbranche in der Zeit nach Covid-19 zu einer ,neuen Normalität‘ zurückfinden“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

Ein zentraler Aspekt dabei ist, dass hier zwei gegensätzliche Aspekte zusammenkommen müssen: einerseits sind die weiterhin geltenden Pandemie-Bestimmungen der italienischen Regierung zu erfüllen, andererseits aber soll die Marmomac wie gewohnt so groß wie möglich sein. Deshalb wird es in diesem Jahr nur den Eingang Re Teodorico geben; dort soll es möglich sein, die staatlichen Vorgaben zu Abstand und Desinfektion einzuhalten.

Gut trifft sich dabei, dass dieser Eingang komplett neu gestaltet wurde und mit der Messe Samoter im Oktober ohnehin in Betrieb gehen sollte. Er hat nun ein attraktives Design, nämlich das hohe Dach auf stählernen Stützen, das ein wenig an einen tropischen Wald erinnert.

Bisher mangelte es dem Messegelände in Verona an einem repräsentativen Zugang.

Das Messegelände der Marmomac. In Betrieb sind in diesem Jahr nur die Hallen 6, 9, 10, 11 und 12 sowie die Außenbereiche B, D und die Avenue E (zwischen Halle 9/10 und 11/12. Der neue Eingang in Grün, der bisherige Haupteingang in Rot.

Insgesamt verschiebt sich damit die gesamte Marmomac hin zu diesem Eingang: in Betrieb sind in diesem Jahr nur die Hallen 6, 9, 10, 11 und 12 sowie die Außenbereiche B, D und die Avenue E. Bisher waren das die Bereiche, wo Firmen ihre Steine präsentierten, teils mit prächtigen Ständen.

Die Veronafiere hofft, dass, wenn schon man offenbar weniger Aussteller erwartet, doch viele Besucher kommen, zumindest aus Europa.

Für Interessenten aus größeren Entfernungen soll es Angebote im Internet geben, so die Presseerklärung: „Um die Verbindung mit Nicht-EU-Märkten zu gewährleisten, die aufgrund von Beschränkungen nicht teilnehmen können, entwickelt Marmomac auch innovative Tools, um virtuelle b2b-Meetings zu ermöglichen.“

Auf jeden Fall aber soll das spektakuläre „Italian Stone Theater“ auch diesmal ausgerichtet werden. In Halle 1 hatte es sich in den letzten Jahren zu einem Markenzeichen der Messe entwickelt. Geplant war ursprünglich, in diesem Jahr das Thema „Stein und Zeit“ zu behandeln. In den Vorjahren waren es „Natürlichkeit“ und „Wasser“ gewesen. In der letzten Pressemitteilung der Messe war jedoch nur vage von einer „Forschungsreise“ in Sachen Design die Rede.

Der neu gestaltete Zugang Re Teodorico steht in Zusammenhang mit dem „Piano Industriale“ (Industrieplan), den die Messegesellschaft sich für die Jahre 2019 bis 2022 gegeben hat. In diesem Zeitraum sollen 105 Millionen € investiert werden. Im Februar dieses Jahres hatte es bei der Veronafiere dafür schon eine Kapitalerhöhung von 30 Millionen € gegeben.

Im Rahmen dieses Piano Industriale wird der Messebereich Scaligero erneuert, in dem auch der Zugang Re Teodorico liegt. In Berichten der italienischen Presse ist unter anderem die Rede von „Erneuerung der Infrastruktur, Verbesserung des Catering, Modernisierung und Digitalisierung“.

Teil des Piano Industriale sind auch die internationalen Aktivitäten der Veronafiere. Zuletzt hatte die Messegesellschaft die Wine South America (Winesa) im Süden Brasiliens gestartet. Aktuell will sie die Wine to Asia im chinesischen Shenzen unweit von Hongkong entwickeln. Konkurrent in hier ist die ProWein China in Shanghai der Messe Düsseldorf.

Insgesamt betreibt die Veronafiere 72 Messen und Veranstaltungen, teils auch nur als Partner. Davon finden 48 in Italien und 24 im Ausland statt. Rund 40% des Umsatzes erwirtschaftet sie im Bereich von Agrargütern und Lebensmitteln.

Marmomac, 30. September – 03. Oktober 2020

Der neu gestaltete Eingang Re Teodorico. Foto: Veronafiere

Das Logo des „Re-Start 2020 Project“ der Marmomac.

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(22.06.2020)