„Global Wealth Migration Review“: Neuseeland könnte in dem kommenden 10 Jahren zu einem bevorzugten Lebensmittelpunkt für die Reichen und Superreichen werden

Das Titelblatt der neuen Studie.

Als Folge von Corona erwarten die Marktforscher aus Südafrika und von der Afrasia Bank weniger internationalen Tourismus und weniger ausländische Gäste in Luxushotels

„Neuseeland könnte in Zukunft zu einem bevorzugten Ziel für Reiche und Superreiche werden“, ist eine der Aussagen in der neuen Studie „Global Wealth Migration Review“ (Migration der Reichen weltweit), die die Marktforscher der südafrikanischen Firma New World Wealth zusammen mit der Afrasia Bank zum 3. Mal veröffentlicht haben. Sie analysieren darin, inwieweit ein Land attraktiv bei Millionären und Milliardären ist, weil das ihrer Ansicht nach Auskunft gibt über die wirtschaftlichen Möglichkeiten und genauso über die Lebenssituation dort, also Sicherheit im Alltag, Gesundheitsversorgung, Schulsystem usw.

Mit Australien, den USA und der Schweiz auf den vorderen Plätzen hat sich in der Rangfolge gegenüber den Studien der beiden letzten Jahre kaum etwas verändert.

Allerdings machen die Marktforscher einige interessante Bemerkungen zu denjenigen Ländern, bei denen mehr Reiche und Superreiche abwandern als neu hinzukommen.

So war die Bilanz in China bislang stets positiv: zwar zogen zahlreiche Reiche weg, jedoch brachte die boomende Wirtschaft auch immer zahlreiche neue hinzu. „Dies kann sich in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ändern“, schreiben die Forscher und verweisen auf den Handelsstreit mit den USA, die Proteste in Hongkong und das schwieriger gewordene Verhältnis zu Australien. „Es könnte sein, das harte Jahre auf China zukommen, dies sowohl im Bezug auf die Wanderung der HNWIs (Reiche und Superreiche) als auch generell in Bezug auf das Wohlstandwachstum.“

Auch für die Türkei sehen die Marktforscher schlechte Indizien. Das Problem zeige sich beim Blick zurück: „Vor 10 Jahren war die Türkei das Land mit dem großen Reichtum im Mittleren Osten, aber inzwischen rangiert es nur noch auf dem 4. Platz hinter den VAE, Israel und Saudi Arabien.“

Interessant ist die Analyse, wie die Reichen auf die Coronakrise reagieren:
* die Forscher schreiben, dass es auch bei diesem Personenkreis eine Unlust zum Umziehen gebe und dass es folglich für bestimmte Länder aktuell schwieriger als zuvor sei, die Reichen mit günstigen Konditionen (Staatsbürgerschaften im Austausch gegen Investitionen) zu einer Ansiedlung zu bewegen. Derzeit sei festzustellen, dass die entsprechenden Länder ihre Bedingungen dafür schon deutlich erleichtert haben;
* die Länder, die die Krise am besten bewältigt haben, sind laut Studie Neuseeland, Südkorea, Australien, Malta und Mauritius, allesamt auf den vorderen Plätzen unter den Zielen für die Reichen;
* besonders die Superreichen würden bei Reisen derzeit kommerzielle Flüge meiden und auf Privatflugzeuge ausweichen;
* sie würden die großen Städte als Wohnort eher meiden und lieber im Umland arbeiten. Die Forscher erwarten etwa bei Londons Reichen eine Abwanderung in kleine Städte wie Taplow and Marmow oder aufs Land nach Cotswolds;
* sie könnten große Hotels meiden und lieber in kleinen Luxusherbergen übernachten;
* insgesamt sei ein Rückgang im internationalen Tourismus zu erwarten, weshalb Luxushotels sich mehr auf ihre heimische Kundschaft konzentrieren sollten.

Global Wealth Migration Review

New World Wealth

See also:

(31.12.2020)