Die 2020er Zahlen für Italiens Exporte von Naturstein sind drastisch (-17,3 %) und schreiben den Trend der letzten Jahre fort

Italien hat bei den Natursteinexporten im 5. Jahr in Folge einen Rückgang erwirtschaftet.

Rückgang auch bei den Ausfuhren an Technologie, der jedoch allein der Covid-19-Pandemie geschuldet ist

Mit weit schlechteren Zahlen als andere Länder kommen Italiens Exporteure von Naturstein aus dem Jahr 2020: ihre Ausfuhren gingen um (-)17,3 % zurück und erreichten insgesamt nur noch 1,503 Milliarden € (2019: 1,816 Milliarden €). Die Daten hat der Verband Confindustria Marmomacchine auf seiner Webpage veröffentlicht.

Damit hat Italien bei den Natursteinexporten im 5. Jahr in Folge einen Rückgang erwirtschaftet. Inzwischen ist man weit entfernt vom Höchststand aus dem Jahr 2015, als man die Marge von 2 Milliarden € knapp übersprungen hatte: mit diesmal 1,503 Milliarden € liegt man um rund ein Viertel unter dem Wert von damals.

Ein Teil des aktuellen Rückgangs ist der Covid-19-Pandemie geschuldet. Jedoch ist bemerkenswert, dass die Lieferungen von Italiens Firmen auf ihren wichtigsten Markt, den USA, um (-)15,4% auf 312 Millionen € zurückgingen (2019: 369 Millionen €).

Aber gerade dort, wo mit Endprodukten wirklich Geld verdient wird, hatte zum Beispiel die Türkei einen Zuwachs um (+)13,72% erzielt. Generell betrug der Exportrückgang der türkischen Steinfirmen auch nur (-)6,81%. Auch Brasilien hielt sich gut in den USA, so dass es insgesamt lediglich einen generellen Exportrückgang von (-)2,65% verzeichnen musste.

Als Besorgnis erregend muss man den Rückgang von Italiens Lieferungen in die USA auch deshalb bezeichnen, als dort infolge von Covid-19 der private Ausbau von Wohnungen eine Nachfragesteigerung erlebte. Davon konnten offenbar die Türkei und Brasilien profitieren – den deutlichen Misserfolg Italiens kann man nur so interpretieren, dass das Image ihres Made in Italy nicht mehr so die Wünsche der Kunden trifft wie jahrzehntelang zuvor.

Bei den Lieferungen nach Deutschland als zweitwichtigstem Kunden gab es hingegen ein Plus von (+)13,1% (auf 140,8 Million €), beim Fünftplatzierten Saudi-Arabien sogar um (+)78,2% (auf 57,5 Millionen €) und ebenso bei Qatar um (+)26,2% (auf 39 Millionen €).

Im Allgemeinen gab es aber in die Länder der EU eine deutliches Minus, das von (-)1,7% im Fall von Österreich bis zu (-)29,4% bei Frankreich reichte.

Wie alle anderen Länder musste auch Italien den größten Rückgang bei den Rohblöcken nach China (-35,4% auf 133,8 Millionen €) verzeichnen. Das ging allein auf das Konto von Covid-19, genauso die Einbrüche bei den Blöcken nach Indien (-56,2% auf 21,6 Millionen €).

Auch die Rückgänge bei den Exporten von Maschinen und Werkzeugen sind auf Covid-19 zurückzuführen: Sie betrugen (-)16,1% auf 926 Millionen € (2019: 1,104 Milliarden €).

Confindustria Marmomacchine: Natursteinexporte 2020

Confindustria Marmomacchine: Technologieexporte 2020

See also:

(10.05.2021)