Chen Guoqing: „In China ist Naturstein im privaten Eigentum nicht so beliebt wie im Westen, und wir haben mit einem Mangel an professionellen Steinmetzen und Installateuren zu kämpfen“

Chen Guoqing, Präsident der China Stone Material Association (CSMA). Foto: CSMA.

Interview mit dem Präsidenten der Chinese Stone Association (CSMA) mit einer Vorschau auf das Stone Forum auf der Xiamen Stone Fair (18. – 21. Mai 2021)

Die chinesische Wirtschaft und der Steinsektor haben nach der Covid-19-Pandemie einen starken Neustart hingelegt. Peter Becker von Stone-Ideas.com sprach mit Chen Guoqing, Präsident der China Stone Material Association (CSMA), über die aktuelle Situation und die künftige Ausrichtung der Branche.
 

Stone-Ideas.com: In den westlichen Ländern haben während der COVID-19-Pandemie viele Privatleute ihre Häuser renoviert – eine Menge Stein wurde an diese Kunden aus der Mittelschicht verkauft. Ist das in China auch passiert?

Chen Guoqing: Man schätzt, dass in China jedes Jahr etwa 5 Millionen Apartments saniert werden müssen, das entspricht 400 Millionen Quadratmetern. Und jedes von ihnen sollte rund alle 10 Jahre renoviert werden. Die durchschnittlichen Kosten für solche Renovierungen sind in den letzten 5 Jahren in den großen Städten Chinas von 20.000 US-$ auf 30.000 US-$ gestiegen. In Metropolen wie Shanghai, Peking, Guangzhou, Shenzhen sind die Kosten sogar noch höher. Anders als in den westlichen Ländern ist Naturstein in China für die Wohnungseinrichtung nicht so beliebt. Hier geben die Menschen mehr Geld für Holzprodukte aus. Andere Gründe, die den Steinverbrauch in diesem Bereich senken, sind die schlechtere Zugänglichkeit, die höheren Kosten, der Mangel an professionellen Steinmetzen für die Installation und das Fehlen von Systemen für die richtige Wartung und Pflege von Stein.
 

Stone-Ideas.com: In unserem letzten Interview hat Herr Chen einige Trends in der chinesischen Steinbranche angekündigt, z.B. die steigende Nachfrage nach höherwertigen Produkten. Was ist jetzt neu?

Chen Guoqing: Letztes Jahr hat die chinesische Regierung das Ziel formuliert, den Höhepunkt der Kohlendioxidemissionen bis 2030 zu erreichen und bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden. Mit der Formulierung und Umsetzung von Standards für grüne Steinbrüche, grüne Verarbeitung, grüne Produkte und grünes Bauen hat die grüne Entwicklung eine noch nie dagewesene Aufmerksamkeit und Bedeutung erhalten. Daher werden unser Verband und die Xiamen Stone Fair am 19. Mai 2021 gemeinsam das Xiamen Stone Forum 2021 veranstalten, bei dem es um die Erforschung des grünen Gens von Steinprodukten und des grünen Fußabdrucks für Steinanwendungen geht. Gefolgt von mehreren anderen Kampagnen, werden wir mit einem Installationsleitfaden und der Förderung von Best-Practice-Projekten beginnen, um die Anwendung von Stein natürlicher und umweltfreundlicher zu machen. Heutzutage achten junge Verbraucher mehr auf Produktdesign mit einer unverwechselbaren Identität, verbraucherzentriertem Service und Erfahrung als auf das Produkt und den Preis selbst. Wir glauben, dass die Neue Steinzeit noch in diesem Jahrzehnt kommen wird.
 

Stone-Ideas.com: Lassen Sie uns über Statistiken reden. Wie waren die Daten der chinesischen Steinbranche für Importe/Exporte im ersten Quartal 2021?

Chen Guoqing: Chinas Stein-Exporte im ersten Quartal 2021 beliefen sich auf 1,711 Millionen Tonnen in der Menge und 1,239 Milliarden US-$ im Wert, was einem Anstieg von 4,4% beziehungsweise 25,1% entsprach. Unsere Steinimporte betrugen im ersten Quartal 3,242 Millionen Tonnen (das war ein Rückgang um 0,7%) und 649 Millionen US-$ im Wert (gleich wie im Jahr zuvor). Im ersten Quartal sind die Umsätze der großen und mittleren Unternehmen um 40,4% gestiegen, und die Gewinne sind im Vergleich zum Vorjahr um 45,1% gestiegen.
 

Stone-Ideas.com: Wie waren diese Daten für die gesamte chinesische Wirtschaft?

Chen Guoqing: Im ersten Quartal erreichten Chinas Exporte einen Wert von 4614 Milliarden Yuan, was einem Anstieg von 38,7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht; die Importe haben einen Wert von 3854,7 Milliarden Yuan, was einem Anstieg von 19,3% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Exporte nach Europa, in die Vereinigten Staaten und andere traditionelle Märkte stiegen um 46,9%. Die ASEAN-Länder bleiben Chinas größte Handelspartner; die Exporte in die Staaten der Neuen Seidenstraße stiegen um 21,4%.

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(13.05.2021)