Bürgersolidarität als Antwort auf die Corona-Pandemie: in Andalusien wurden 8 Skulpturen applaudierender Hände aus Macael-Marmor aufgestellt

Corona-Pandemie: applaudierende Marmor-Hände in Andalusien.

Die Kunstwerke erinnern an den Applaus, den die Menschen den vielen Fachkräften unter anderem in den Krankenhäusern für den Kampf gegen die Pandemie spendeten

Wir erinnern uns: vor ungefähr 14 Monaten, als die ersten Schreckensmeldungen über Corona durch Europa gingen, gab es wenig später Berichte aus Italien, dass die Menschen als Antwort auf den Lockdown sich abends auf die Balkons stellten und gemeinsam, jedoch distanziert, sangen und Musik machten. Die Idee fand schnell Nachahmer auf dem ganzen Kontinent, und dann gab es eine neue Phase, als die Bürger von ihren Balkonen aus abends dem Personal in den Krankenhäusern applaudierten, dafür dass diese sich, ohne selbst geimpft zu sehen, dem gefährlichen Virus entgegenstellten.

Inzwischen scheint – zumindest in Europa und den USA – das Schlimmste überstanden zu sein und kommen die Impfungen voran.

In Spanien hat die Regionalregierung von Andalusien nun eine Initiative gestartet, um an den Zusammenhalt der Bevölkerung damals zu erinnern: in 8 Städten in der Provinz werden Skulpturen aufgestellt, die Hände beim Applaudieren zeigen.

Ausdrücklich wird in den Unterlagen zu der Aktion nicht explizit das Fachpersonal in den Krankenhäusern genannt. Die Skulpturen erzählen letztendlich von allen denen, die trotz der Lebensbedrohung durch die Pandemie unverdrossen ihrer Tätigkeit nachgingen, sei es im Job oder im Privaten.

Corona-Pandemie: applaudierende Marmor-Hände in Andalusien.

Realisiert wurden die Kunstwerke wieder in einer Aktion des Gemeinsinns: die Idee kam von der Regionalregierung, die Skulptur kreierte ohne Honorar der Bildhauer Navarro Arteaga, und Material sowie Fertigung kamen – ebenfalls unentgeltlich – von Firmen des Natursteinverband AEMA (Asociación de Empresarios del Marmól de Andalúcia). Das Material ist der heimische weiße Marmor Blanco Macael.

Die Presseverantwortliche Gloria Carrillo Sánchez benennt in einem Bericht im Magazin des Verbands „Mármol, Architecture & Design” (Juni 2021) den Zweck der Aktion: man habe „eine dauerhafte Erinnerung in Andalusien und seinen Städten an Solidarität und Professionalität” schaffen wollen.

Knapp 2 m sind die applaudierenden Hände groß. Ihre Form birgt sehr viel Symbolik in sich: sie ergeben zusammen ein „A“, den Anfangsbuchstaben von Andalusien, und sie weisen gen Himmel. Jedoch ist ihr Ausdruck nicht der von Bitte um Hilfe, sondern – eher oder auch – von Selbstvertrauen, weil man etwas erreicht hat.

Corona-Pandemie: applaudierende Marmor-Hände in Andalusien.

Zum Einsatz kam die moderne Technologie der Natursteinbranche: das Tonmodell des Künstlers wurde dreidimensional abgescannt, und diese Datenwolke in einen Roboterarm mit Diamantseil eingespeist. Die Maschine setzte das Modell vergrößert in Stein um. Das, laut Bericht, bis hierhin nur zu „70 bis 80%“ fertiggestellte Werk wurde von den Steinmetzen in den Marmorfirmen per Hand weiter bearbeitet, um die gewünschte Oberfläche zu bekommen, in der man menschliche Hände wiedererkennen kann.

„Die Marmormarke Macael zeigte mit diesem Projekt nicht nur ihr Material, sondern auch ihre große Kapazität und ihr Know-How in der Produktion“, schreibt Gloria Carrillo Sánchez.

„Mármol, Architecture & Design”, Juni 2021 (englisch/spanisch)

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(12.07.2021)