Die 2. Staffel der Doku-Serie „Uomini di Pietra“ (Männer aus Stein) läuft: zu den harten Kerlen in den Brüchen von Henraux ist eine Frau dazugekommen

Henraux: „Uomini di Pietra“.

Die 6 Filme zu je 60 Minuten zeigen die Herausforderungen beim Abbau des Marmors in den Bergen unweit von Carrara

Eine ungewöhnliche Art von Öffentlichkeitsarbeit für die Natursteingewinnung hat sich die italienische Traditionsfirma Henraux zu eigen gemacht: in einer Doku-Serie präsentiert sie die Arbeit im Steinbruch und in der Verarbeitung ihrer Marmore in dramatisierter Erzählweise – „Uomini die Pietra“ (Männer aus Stein) ist der Titel der 6 Folgen zu je einer Stunde. Hauptdarsteller sind Paolo, Michele, Mario, Luca und Enrico, Schauplatz sind die Steinbrüche von Henraux am Monte Altissimo in den Apuanischen Alpen bei Carrara.

Noch bis Mitte Dezember 2021 läuft die 2. Staffel der Serie. Bereits ein Jahr zuvor hatte es solch eine Doku-Serie gegeben, in der von speziellen Anforderungen in der Steingewinnung, von Problemen mit den schweren Maschinen und vom Zeitdruck seitens der Kunden erzählt wurde. Wie der Titel schon nahelegt und wie die Standfotos zeigen, ging es um echte Kerle: „Sie sind mutig, unermüdlich und knallhart“, versprach ein Werbetext des privaten Fernsehsenders, der die Folgen ausstrahlte.

Henraux: „Uomini di Pietra“.

Die Darsteller waren dabei echte Mitarbeiter von Henraux: jener bereits erwähnte Paulo war Paulo Carli, seit 2003 Präsident der Firma, und hinter den anderen verbargen sich Mitarbeiter aus dem Stab von insgesamt 150 Personen in verschiedenen Firmenbereichen.

Für die 2. Staffel sind einige dieser Darsteller weggefallen und hat es eine wichtige Neuerung gegeben: gleich zu Anfang kommt Barbara hinzu, eine New Yorkerin, die zwecks Qualitätskontrolle über den Atlantik gekommen ist. Sie vertritt ein Großprojekt, das viel Stein bei Henraux bestellt hat.

Man ahnt, was mit ihr nun noch zusätzlich auf die Jungs zukommt. Denn Barbara ist, kurz gesagt: energisch und bei Bedarf auch ruppig, wie wir den Pressetext von Henraux kurz zusammenfassen.

Am Ende aber wird alles gut: „In einem geschlossenen und männlichen Umfeld wie dem des Steinbruchs wird sie anfangs mit großem Misstrauen beäugt, doch später bildet sie ein Team und bringt neuen Enthusiasmus in die Jahrhunderte alte Arbeit im Steinbruch.“

Henraux: „Uomini di Pietra“.

Das Happy End ist nicht wirklich überraschend, denn es zeichnet diese Art von Fernsehfilmen aus. Die 1. Staffel jedenfalls war ein „bemerkenswerter Erfolg“, wie Henraux schreibt.

Produziert wurden die Folgen von der Firma GiUMa, die in Kooperation mit dem Henraux-Chef das Drehbuch erstellte und schon Serien zur Holzgewinnung („Undercut“) oder zum Bau von Skipisten („Signori della Neve“) erstellt hat.

Reichlich sind in die Episoden speaktakuläre Drohnen-Aufnahmen aus der Vogelperspektive eingeschnitten – schließlich ist der Steinbruch Hauptdarsteller.

Das Konzept hat natürlich die Kritiker auf den Plan gerufen. Zum Start der 2. Staffel meldete sich Athamanta, eine Gruppe zum Schutz der Apuanischen Alpen, mit einer Schimpftirade in der Tageszeitung La Voce Apuana zu Wort: Die Marmorgewinnung von Henraux führe zur Zerstörung von geologischen Besonderheiten und geschützter Tier- und Pflanzenarten im Geopark der Apuanischen Alpen. Im Ergebnis bringe sie nichts als eine „Verwüstung“ – von den Schätzen der Region würden dabei nicht die Menschen vor Ort profitieren, sondern „hauptsächlich wohlhabende ausländische Käufer“, heißt es böse.

Über die Machart der Doku-Soap spottet Athamanta nur: „Muskeln, riesige Maschinen, Machismo und Umsatz“ stünden im Mittelpunkt, wie es ja auch im Kern des Geschäftsmodells von DMAX sei. Der Sender strahlt die Serie aus.

Henraux: „Uomini di Pietra“.

In der neuen Staffel sollen nun die Persönlichkeiten der Darsteller und auch ihre Liebe zum Berg stärker dargestellt werden, schreibt Henraux: Mario nimmt einen Freund zum Klettern in die Berge mit, um ihm die Schönheit jener Welt zu zeigen; Luca hat inzwischen die Natursteinbranche verlassen und sich mit seiner Familie auf einem Gebirgsbauernhof angesiedelt.

„Uomini di Pietra“ wurde für Discovery Italia mit Unterstützung der Trentino Film Commission produziert. DMAX ist ein privater Fernsehsender im Besitz von Discovery Network und sendet die Doku-Serie auf Digital Terrestrial Channel 52, Sky Channel 170 und Tivùsat Channel 28.

Verschiedene Trailor sind auf Youtube und auf Facebook zu sehen.

2000 Jahre Henraux

Henraux zählt zu den renommiertesten Firmen der Marmorgewinnung und -verarbeitung weltweit. Gründer war Jean Baptiste Alexandre Henraux, der mit Napoleons Truppen durch die Lande zog und dabei den Auftrag hatte, Marmor für die geplanten Denkmäler in Frankreich zu finden.

Ein Jahr nach seiner Inspektion in den Apuanischen Alpen kehrte er dorthin zurück und gründete am 20. Januar 1821 mit einem italienischen Partner die Firma Henraux, also vor 200 Jahren.

Schon 1845 gab es den ersten Großauftrag, und zwar durch den Zar von Russland: er bestellte große Mengen Marmor für den Bau der Isaakkathedrale in St. Petersburg. Noch heute trägt einer von Henraux‘ Steinbrüchen den Namen Cava Russia. Später war auch Auguste Rodin häufiger Gast am Firmensitz in Querceta.

Zu den spektakulärsten Steinbrüchen weltweit zählt jener auf 1589 m Höhe des Monte Altissimo.

Schon Michelangelo hatte bei seinen Erkundungen in der Gegend die Qualität der Marmore gelobt. Er schrieb: der Marmor ist „von einheitlicher Maserung, homogen, kristallin und erinnert an Zucker“; der Berg sei „mit Marmor gefüllt bis zum Tag des Jüngsten Gerichts“, wie Henraux in seiner Firmengeschichte den alten Meister zitiert.

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(06.12.2021)