Unter dem Motto „Piano in the Quarry“ ließ die polnische Stadt Strzegom im Rahmen ihres Kulturfestivals Ende August 2022 die besten Pianisten des Landes in einem ehemaligen Steinbruch auftreten

„Piano in the Quarry“. Quelle: Screenshot

Die Stadt Strzegom im Süden Polens hat eine lange Tradition im Abbau und in der Verarbeitung von Granit. In der Umgebung gibt es aktuell zirka 30 aktive Steinbrüche und naturgemäß etliche stillgelegte. Um einen Besonderen unter den inaktiven Abbaustätten geht es hier, nämlich um jenen nur etwa 1,5 km vom Zentrum des Ortes entfernt, wo sich inzwischen ein See mit viel wilder Natur etabliert hat. Am Ufer fand vom 25. bis 28. August 2022 zum 4. Mal das Konzert „Piano in the Quarry“ mit klassischer Musik statt, diesmal im Rahmen des Festivals „Strzegom A Cappella“.

An den Nachmittagen trat auf einer Behelfsbühne am See die Creme der polnischen Pianisten auf und brachte Stücke weltweit bekannter Komponisten zu Gehör, darunter natürlich Frédéric Chopin, denn er war gebürtiger Pole und seine Klavierwerke stellen höchste Anforderungen an die Musiker.

Zwei weitere Schauplätze gab es im Rahmen von Strzegom A Cappella: den gotischen Dom, ein Meisterwerk mittelalterlicher Steinmetzkunst, und eine kleine Kirche. Insofern bekamen die Besucher nebenbei auch Informationen zum heimischen Naturstein: wo er herkommt, wo er hingeht und was am Ende mit seinen Herkunftsorten geschieht.

Organisiert wurde das Festival vom Kulturzentrum der Stadt (Strzegomskiego Centrum Kultury) zusammen mit dem Chor und Kammerorchester Capella Cracoviensis und unterstützt vom polnischen Kulturministerium. Was den Steinbruch als Schauplatz und „Piano in the Quarry“ angeht, kümmerten sich die Fundacja Bazalt (Basalt Foundation) und die nebenan ansässige Firma Granex um die Details: Sie richteten das Ufer her, legten eine Stromverbindung und zäunten Parkplätze ab usw.

Etwa 600 Besucher kamen an den 4 Tagen zum See im Steinbruch.

Wir wollten natürlich wissen, ob es in der Natur rund um Strzegom kein Problem mit Moskitos gibt. Krzysztof Skolak, Chef der Firma Granex und Initiator der Fundacja Bazalt, sagte, dass die Konzerte schon um 17 Uhr stattfanden und man insofern ein paar Stunden Ruhe vor den Plagegeistern hatte. „Zum Sonnenuntergang kann es aber schlimm werden”, fügte er lachend hinzu. Schlimmer wäre es gewesen, wenn es geregnet hätte, wie an einem Tag im Vorjahr.

Strzegom

Fundacja Bazalt (polnisch, 1)

Granex

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(01.09.2022)