Andalusiens Marmorfirmen werden 2022 wegen steigender Energiekosten deutlich weniger Naturstein aus ihren Brüchen holen

Arbeit mit Macael-Marmor auf der Expo 2021-2022 in Dubai.

Jesús Posadas vom AEMA-Verband befürchtet ein Minus von zwischen 150.000 bis 180.000 t bis Ende des Jahres

Die Marmorbranche in Andalusien warnt davor, dass ohne staatliche Unterstützung ihre Produktion bis zum Ende des Jahres 2022 um 150.000 bis 180.000 t zurückgehen könnte. Schon in der 1. Jahreshälfte habe man um 100.000 t weniger aus den Brüchen geholt, wie Jesús Posadas, Präsident des AEMA-Verbands (Asociación de Empresarios del Mármol de Andalucía) bei verschiedenen Gelegenheiten sagte.

Als Grund für die Probleme nannte er die Energiekosten, die sich verdrei- oder sogar vervierfacht hätten. „In den Bilanzen der Unternehmen machen sie nun 20% aus – gegenüber zuvor 3 bis 4 %.“

Die Firmen würden schon mit zahlreichen Maßnahmen auf die neue Situation reagieren, etwa die Verlagerung von Arbeiten in die Nachstunden mit billigeren Stromtarifen oder die Versetzung von Beschäftigten innerhalb der Unternehmen.

Jedoch seien die Grenzen dieser Möglichkeiten erreicht, so Posadas, und er erinnerte an die landesweiten Protestaktionen angesichts gestiegener Kraftstoffpreise.

Im Kern fordert der Verbandschef eine Gleichbehandlung mit jenen Branchen von Spaniens Wirtschaft, die vom Königlichen Dekret 6/2022 profitieren. Danach gibt es für stromintensive Branchen wie Stahl oder Chemie Hilfen- und Steuererleichterungen.

Die neuen Energiepreise an den Kunden weiterzugeben, sei nicht möglich, so Posadas. Er verwies auf den „harten Wettbewerb“ im internationalen Geschäft und auf die Konkurrenz in China, der Türkei und Mexiko mit deutlich niedrigeren Lohnkosten.

Posadas erwähnte auch, dass Spaniens Natursteinbranche im letzten Jahr ein starkes Wachstum verzeichnen konnte und merkte an, dass er eine Umkehr befürchte. Nach seinen Angaben hat die Marmorbranche in Andalusien mehr als 5000 direkte Arbeitsplätze und verzeichnete 2021 einen Umsatz von 1,540 Milliarden €. Davon entfielen 86,6 % auf den Export.

Berichte (spanisch 1, 2)

Asociación de Empresarios del Mármol de Andalucía (AEMA)

See also:

(25.10.2022)