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Architektur: Monumental und mit luxuriösen Materialien

(Mai 2012) Monumental im Erscheinungsbild, ausgestattet mit zahlreichen teuren Natursteinsorten und insgesamt luxuriös ist das neue Kongresszentrum in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Mit vollständigem Namen heißt es „Palace of International Forums ‚Uzbekistan’“ (Palast der Internationalen Foren ‚Usbekistan’). Unverkennbar will es das neue Selbstbewusstsein der ehemaligen Sowjetrepublik und ihrer heutigen Regierung zeigen.

Seine Fertigstellung erfolgte im Jahr 2009 zum 2200. Geburtstag Taschkents. Es steht am Amir-Temur-Platz, wo sich auch das Reiterstandbild des Nationalhelden gleichen Namens befindet. Das Ganze war in Mammutprojekt mit nur rund einem halben Jahr Bauzeit.

Prägend für die Gestaltung im Inneren sind geometrische Muster, wie man sie aus der islamischen Kunst kennt. Bekannt war diese Art der Verzierung jedoch schon viel früher im Sassanidenreich, zu dem auch das heutige Usbekistan gehörte.

Im Boden des Foyers stößt man zum ersten Mal auf den typischen achteckigen Stern. Er ist per Waterjet in den Marmor Bianco Sivec eingearbeitet. Edelstahlbänder ziehen seine Linien nach.

Dasselbe Muster findet man auch an der Decke, hier um etliches vergrößert.

Laut der deutschen Firma KMD, die federführend die Innenarbeiten ausführte, handelt es sich um 6500 m² Bodenfläche, in die 800 Sterne eingearbeitet sind. Insgesamt setzen sich die Intarsien aus 60.000 Einzelelementen zusammen.

Aufwändige Inlayarbeiten finden sich auch in anderen Räumen. Im Bankettsaal zum Beispiel liegt ein Parkett aus dunklem Ebenholz auf dem Boden, durch das sich breite Streifen aus Arabecato-Corchia-Marmor ziehen. Im Gegensatz zum Sivec-Marmor, der beinahe rein weiß ist, trägt dieser Stein kräftige dunkle Strukturen.

Weitere Steinsorten sind der grüne Marmor Irish Green oder der Bardiglio Nuvolato mit wolkiger Struktur.

An den Außenwänden kam der reinweiße Thassos-Marmor zum Einsatz. Hier findet man wiederum florale Motive, wie sie ebenfalls in der islamischen Kunst häufig sind.

Prägend für das Innendekor sind auch die Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen. Während eine Gruppe von usbekischen Architekten für die Außenansicht verantwortlich zeichnete, hatte die deutsche Firma Ippolito Fleitz Group die Gestaltung der Innenräume übernommen. Ein ganzes Team von Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und Griechenland war mit den Natursteinarbeiten befasst.

Ippolito Fleitz Group

KMD Natursteine

Kuester Architecture

Fotos: Zooey Braun