Wappenkartusche an der Fassade installiert: am neuen Berliner Schloss / Humboldt Forum gehen die Arbeiten dem Ende zu

Wappenkartusche am Berliner Schloss. Foto: Peter Becker

Es fehlen noch die Balustradenfiguren, die als Neuschöpfungen entstehen

Ein vorletzter Teil des neuen Berliner Schlosses / Humboldt Forum ist fertiggestellt: es ist die Wappenkartusche über dem Portal III, das zum Schlossplatz beziehungsweise in Richtung Brandenburger Tor zeigt. Damit ist die Beteiligung des Bundes an dem Neubau abgeschlossen.

Von Seiten der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss folgt noch ein allerletzter Teil: es sind die 18 Balustradenfiguren für die Nord- und Südseite der Fassade.

Ein privater Förderverein um Wilhelm von Boddien hatte die Mittel für die Wiederherstellung der Barockfassaden auf 3 Seiten des Bauwerks organisiert.

Die Wappenkartusche ist eine Kupfertreibarbeit mit den Ausmaßen 7 m x 7 m. Sie zeigt eine goldene Krone mit goldenem Ordensstern und ist ein ingenieurtechnisches und handwerkliches Meisterwerk. Angesichts der neuen Tragfähigkeit der Außenwände aus Stahlbeton mit dicker Natursteinverkleidung konnte das Gewicht der Unterkonstruktion für die Wappenkartusche um drei Viertel reduziert werden.

Das aber hatte zur Folge, dass der aufwändige Prozess der Herstellung neu konzipiert werden musste.

Der Prozess reichte von der Anfertigung eines ersten, skizzenhaften Modells über die Umsetzung der Kupfertreibarbeiten und der Vergoldungen bis zur Restaurierung des original erhaltenen Ordenssterns.

Montage der Wappenkartusche. Foto: BBR /Detlef Baier

Für die Anbringung der Wappenkartusche nutzten die Techniker eine spezielle Montagekonstruktion mit einem Wassertank als ausgleichendem Gewicht.

Während das Gebäude als solches (und auch die Wappenkartusche) ein Bauprojekt des Bundes war, der 682 Millionen € als Gesamtkosten nennt, war die Rekonstruktion der barocken Fassaden ein privates Projekt. Bauherr war der Förderverein Berliner Schloss die dafür 80 Millionen € weltweit von privaten Spendern und Sponsoren einwarb.

Für den letzten Teil des Projekts wurden nun die Weichen gestellt: in den kommenden 2 Jahren sollen auf der Nord- und Südseite des Schloss die 18 ehemaligen Balustradenfiguren wieder angebracht werden. Ihre Besonderheit wird sein, dass es sich nur um Neuschöpfungen im Sinne der alten Originale handelt. Denn die die Vorbilder sind verloren gegangen.

Die Figuren sollen dem bekannten barocken Maß entsprechend 3,14 m hoch sein. Ihre künstlerische Ausgestaltung wird im Rahmen eines Wettbewerbs anhand von Modellen, sogenannten Bozetti, festgelegt, die partizipativ von Bildhauern auf Einladung angefertigt werden. Nach Begutachtung der Bozetti und der Empfehlung einer Expertenkommission wird die Stiftung gemeinsam mit dem Architekten Franco Stella die Künstler und Modelle für die Umsetzung auswählen.

Die Fertigstellung wird voraussichtlich 2 Jahre dauern.

Es handelt sich um jeweils 4 Figuren für die beiden Portale auf der Nord- beziehungsweise auf der Südseite sowie 2 Figuren für die sogenannte Eosander-Schulter auf der westlichen Lustgartenseite. Die Nordfassade liegt gegenüber dem Berliner Dom und dem Lustgarten.

Bereits fertiggestellt sind die 8 Propheten-Figuren für die Kuppelbalustrade. Sie werden voraussichtlich im Herbst dieses Jahres aufgestellt.

Humboldt Forum

Projektseite BBR (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung)

Förderverein Berliner Schloss e.V.

Berliner Schloss / Humboldt Forum. Foto: Asio otus / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

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(18.08.2023)