Preis „Best Use of Stone“ auf dem World Architecture Festival 2024.

Ziel ist, bei Architekten und Innenarchitekten die Marke „Turkish Stones“ zu etablieren

Die türkischen Natursteinfirmen wollen ihre Steine bei Architekten und Innenarchitekten zu einer echten Marke machen, die bei der Zielgruppe einen Klang hat. Zu diesem Zweck haben die Verbände Istanbul Mineral Exporters Association (İMİB), Aegean Exporters Associations (EİB) und West Mediterranean Exporters Association (BAİB) einen Sponsorenvertrag mit dem jährlich stattfindenden World Architecture Festival (06. bis 08. November 2024) geschlossen. Dort soll in diesem Jahr zum 1. Mal der Preis „Best Use of Stone“ vergeben werden, bei dem die Marke Turkish Stones der alleinige Sponsor ist.

Bisher hätten die Architekten die Steine aus der Türkei nicht wirklich prominent im Kopf, führte Frau Funda Bekişoğlu vom IMIB-Vorstand bei zahlreichen Gelegenheiten im Vorfeld aus: Die Türkei gelte bisher vor allem als Lieferant von Rohstoffen, im Wesentlichen von Rohblöcken, die woanders verarbeitet und dann wiederum woanders verbaut würden, ohne dass jemand Notiz davon nehme, dass sie aus der Türkei stammten. „Künftig soll das Label Turkish Stones für Architekten eine bekannte und geschätzte Adresse sein, dies bei Großprojekten auf der ganzen Welt“, geben wir sinngemäß die Ausführungen von Frau Bekişoğlu in der türkischen Presse wieder.

Schon lange klagt die Steinbranche des Landes darüber, dass man bei den Durchschnittspreisen pro Tonne im weltweiten Vergleich nicht gut dasteht. Italien hat mit seinem Made in Italy mit Abstand hier weltweit den Spitzenplatz inne.

Lange ist die Vorgeschichte für den Auftritt auf dem World Architektur Festival:
* Seit einigen Jahren versucht die türkische Steinbranche, mit Design-Initiativen den Sprung zum Value-Added zu schaffen. So halten die Verbände IMIB und EIB sowie die Messe in Izmir jährliche Wettbewerbe für Produktdesign mit Naturstein ab. Sie zeichnen sich dadurch positiv aus, dass sie sinnvolle Alltagsobjekte hervorbringen – jedoch als Teil einer Marke sind sie bisher nirgendwo aufgefallen;
* dreimal war der Verband IMIB rund um das Jahr 2013 im Rahmen der Design Week in Mailand mit aufwändigen künstlerischen Präsentationen hervorgetreten;
* Im Jahr 2017 trat IMIB auf der Fashion Week in Monte-Carlo mit Kleidungsstücken im Natursteinlook auf.
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Viel (staatliches) Geld hatte man also investiert. Zwar erregte man damit Aufmerksamkeit und konnte die Gesamtmenge der exportierten Steine deutlich steigern. Aber einem Markenklang kam man nicht wirklich nahe.

Nun will die Türkei also zu den Machern der Architektur vorstoßen, und das nicht mehr nur mit Steinplatten auf Messen für Bau und Architektur. Unter den vielfältigen Preisen des Festivals hat man sich einen eigenen gekauft – die Einreichungen für alle anderen Preise sind auch gleichzeitig Einreichungen für den „Best Use of Stone“ Award, dies, ohne dass die Bewerber dafür Gebühren zahlen müssen.

Die Shortlist für die Erstausgabe des Naturstein-Preises enthält acht Projekte. Sie kommen aus Malta, den UAE, der Türkei, China, Indien und Brasilien. Der Gewinner wird beim Galadinner am letzten Tag der Schau im Marina Bay Sands Hotel in Singapur bekannt gegeben.

Das World Architecture Festival wurde 2008 ins Leben gerufen. Zum ersten Mal fand es in Barcelona statt und blieb dort vier Jahre. Seitdem hatte es Singapur, Berlin, Amsterdam und Lissabon als Schauplatz. „1000 Architekten, Designer und Lieferanten kommen zusammen,“ werben die Veranstalter auf ihrer Webpage. Als Referenten tauchen Vertreter von meist namhaften Architekturbüros im Programm auf.

Eine Ergänzung: Zuhause haben die türkischen Steinverbände nun die Aufnahme in das Turquality®-Programm der Regierung geschafft. Es fördert unter anderem die Bildung von Marken. Erhebliche Finanzmittel stehen dafür zur Verfügung.

Shortlist „Best Use of Stone“ Award

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(06.11.2024)