Überall ist die Rede von Klimawandel und Meeresanstieg, und da wird sich mancher Besucher der englischen Stadt Northampton nicht wundern, dass es dort in einer kleinen Gasse Fische in der Pflasterung gibt. Das Sträßchen heißt Fish Street, und dort hingekommen sind sie im Rahmen der aktuellen Verschönerung der Innenstadt.
Die Stadt hat einen der größten und ältesten Marktplätze (aus dem Jahr 1235) und auch der bekam eine Aufwertung im Zusammenhang mit Wasser, nämlich eine Reihe von kleinen Fontänen, die sich selbstständig an- und ausschalten. Für Kinder ist das die reinste Freude.
Allerdings, apropos Wasser: Das Nass hat in der Stadt nie eine besondere Rolle gespielt – Northampton war hingegen immer bekannt für seine Schuhmacher und Schuhfabriken, und damit kommen wir dem Rätsel um die Fontänen und die markanten Sitzbänke auf dem Marktplatz auf den Grund: In den Wasserspielen kann man für kurze Momente die Form von Schnürsenkeln erkennen, und die Sitzbänke bilden dauerhaft die Leisten und Modelle für die Arbeit mit Schuhen nach. Sie wurden vom Künstler Künstler Mel Chantrey gestaltet und von der Firma Hardscape hergestellt.
Das Konzept für dieses Gesamtkunstwerk der Stadtgestaltung kam von den Stadtplanern des Büro Gillespies. Die Fische im Pflaster gestaltete Scribblestone Inspire.
Für die Pflasterung wurde Granit aus China und Portugal verwendet. In der Fish Street kam auch recycelter Stein zum Einsatz, der an die lange Geschichte des Ortes erinnern soll. Das Muster der Verlegung ist so ausgeführt, dass es den Verlauf eines Bächleins ahnen lässt.
Um die Skater von den Sitzbänken abzuhalten, setzten die Planer ebenfalls auf die Möglichkeiten des Pflasters: Dort hat der verwendete Porphyr eine raue Oberfläche, was Rollbrettfahrern den Spaß an ihren Kunststücken verdirbt.
In den Zonen mit den Fontänen hingegen ist die Oberfläche des Porphyrs glatter und weich, dass man dort auch barfuß laufen mag. Rutschsicherheit ist gewährleistet.
Noch ein Wort zu den Fischen: Es handelt sich um Nachbildungen von Hundshaien, die das West Northamptonshire Council als Auftraggeber sich wünschte. Paul Thwaites von Tectonix und Alyssia Murphy von Scribblestone nahmen sich Porzellanfische (Koi) als Vorbild und kamen am Ende mit sechs unterschiedlichen Modellen heraus, rechts beziehungsweise links gewendet und aus Messing beziehungsweise Bronze.
Die Idee hinter diesem Aufwand war, dem Pflaster die Anmutung eines wirklichen Bachlaufs durch die Straße und zum Gully zu geben.
Aktuell dauern die Arbeiten in der Abington Street noch an. Das Gesamtbudget ist auf 12,4 Millionen Pfund, davon 8,4 Millionen aus dem Future High Streets Fund der Regierung und £5,2 Millionen städtische Mittel.
Der Pressesprecher der Stadt auf halbem Weg zwischen London und Birmingham, Craig Forsyth, umreißt in einer Mail das Ziel der Maßnahme: „Dieses Projekt wird die Qualität des öffentlichen Raums verbessern, dies durch hochwertige Materialien, mehr Sitzgelegenheiten und Bepflanzung, neue Kunst- und Spielmöglichkeiten entlang der Straße sowie Platz für Mahlzeiten im Freien und Gemeinschaftsaktivitäten.“
Fotos: Northampton / Gillespies / Scribblestone









