Manche Geschichten schreiben sich wie von selbst, wenn die Recherche abgeschlossen ist und die Fakten vorliegen. So war es bei unserem Porträt über ihn aus Anlass seines Ausscheidens vom Amt des Präsidenten des Deutschen Naturwerkstein Verbands (DNV) 2020. Andere Geschichten, schreiben sich gar nicht leicht, auch wenn es um dasselbe Sujet geht: Joachim Grüter ist am 26. Juli 2025 im Alter von 84 Jahren unerwartet verstorben.
„Die Natursteinbranche hat eine große Persönlichkeit und leidenschaftlichen Wegbereiter verloren“, schreibt der Verband in einem Nachruf. Das bringt es auf den Punkt, und Details zu den Verdiensten von Joachim Grüter werden auf jener Webpage genannt.
Wir wollen uns auf ein paar persönliche Dinge beschränken, die wir an ihm immer bewundert haben.
Das war zum einen seine Weltläufigkeit – er trat auf als Gentleman mit internationaler Erfahrung und Kompetenz. Und das war nicht gespielt, sondern Bestandteil seines Berufsweges: Er begann in der väterlichen Firma im Fichtelgebirge und lernte das internationale Geschäft unter anderem in den USA. Später kam Stein aus Afrika hinzu, was ihn schließlich zurück ins Fränkische und zu den hiesigen Natursteinen brachte.
Der internationale Blick begleitete ihn auch im Präsidentenamt beim DNV: Auf seine Initiative hin – und die von Geschäftsführer Reiner Krug – war der deutsche Verband weltweit der erste, der eine Nachhaltigkeitsstudie in Auftrag gab und diese auch noch ins Englische übersetzen ließ, sodass die Verbände in anderen Ländern sie für ihre Zwecke nutzen konnten.
Sein Konzept: Was irgendwo gut für Naturstein ist, wirkt überall positiv auf die Branche zurück.
Zum anderen haben wir immer seine soziale Kompetenz bewundert, sprich: seine Zielstrebigkeit und Geselligkeit. Die zeigten sich zum einen darin, dass ein inhaltlicher Streit mit ihm sich nicht gleich in Rechthaberei verlor, sondern auf das Finden einer Lösung ausgerichtet blieb.
Sie zeigten sich zum anderen auch darin, dass er zu später Stunde gern zu großer Form als Unterhalter auflief. Frei nach dem doppelbödigen Motto: Der Franke ist trocken wie der Wein.
Für sein vielfältiges Engagement war ihm 2006 der Bayerische Verdienstorden überreicht worden.
