Gewinner des Preises und Sieger in der Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neubau Deutsche Botschaft Wien.

Der Deutsche Naturstein-Preis wurde 2026 zum 22. Mal vergeben. Es gibt fünf Kategorien, pro Kategorie gibt es einen Sieger, aus denen wird dann der letztendliche Preisträger ausgewählt. In diesem Jahr gab es zwei Preisträger. Sie bekommen als Preisgeld je 3.750 €; die Sieger in den Kategorien bekommen je 2.500 €. Der Preis wurde wie üblich alle zwei Jahre auf der Messe Stone+tec in Nürnberg vergeben.

Initiatoren sind der Deutsche Naturwerkstein-Verband e.V. (DNV) und der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA). Die Architekten haben in der Jury eine Mehrheit. Die Kategorien sind: Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten, Wohnbauten, Innenräume von Gebäuden, Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur.

Zusätzlich zu den professionellen Arbeiten gibt es eine Kategorie und einen Förderpreis für den studentischen Nachwuchs.

Die Gewinner und Sieger beim Deutschen Natursteinpreis 2026. Foto: Vincenz Hinte

Bewerben konnten sich alle in Europa tätigen Architekten mit Projekten, die nach dem 1. Januar 2020 unter Beteiligung von deutschen Fachbetrieben fertig gestellt wurden. Für die Teilnahme wird eine Bearbeitungsgebühr von 175 € (incl. MwSt.) erhoben. Bei der Einreichung von zwei oder mehr Projekten beträgt sie jeweils 125€ (incl. MwSt.). Für Studenten fällt keine Gebühr an.

„Prämiert werden die vorbildliche Gestaltung und umweltgerechte Konstruktion von Projekten unter maßgeblicher Verwendung von Naturstein im In- und Ausland. Ziel ist, Naturstein als einen nachhaltigen, zukunfts- und kreislauffähigen Baustoff in den Vordergrund zu stellen“, heißt es in der Broschüre.

Die Architekten in der Jury waren: Annemarie Bosch (Vizepräsidentin BDA, Erlangen), Peter Westermann (KILLINGER & WESTERMANN ARCHITEKTEN PartG mbB, Berlin), Manfred Ortner (Ortner & Ortner Baukunst, Berlin), Helmut Riemann (Riemann Architekten, Lübeck), Julia Tophof (Hemprich Tophof Gesellschaft von Architekten, Berlin).

Die Vertreter des Naturwerkstein-Verbands in der Jury waren: Hermann Graser (Präsident DNV, Bamberg), Jonah Wurzer-Kinsler (Vizepräsident DNV, Treuchtlingen), Heinrich Georg Hofmann (DNV, Werbach-Gamburg), Albrecht Lauster (DNV, Stuttgart).

Deutscher Naturstein-Preis (deutsch)

Download Broschüre (deutsch)

Fotos: DNV

Gewinner des Preises und Sieger in der Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neubau Deutsche Botschaft Wien. Gewinner des Preises und Sieger in der Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neubau Deutsche Botschaft Wien. Gewinner und Sieger in der Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neubau Deutsche Botschaft Wien. Der Neubau zeigt sich als villenartiger Bau, deutlich aus der gründerzeitlichen Bauflucht gerückt, als eigenständiger Stadtbaustein. Das gesamte Gebäudevolumen ist mit Naturstein verkleidet: Marmorplatten aus dem nahen österreichischen Krastal mit hellem, fast eisigen Farbton, formulieren scharfkantige Volumina, fast skulptural auch Untersichten und Fensterlaibungen. Die Platten fügen sich zusammen zu einer eigenen Art Glasur, einer straff gespannten Haut aus Naturstein.
Architekt/Planverfasser: Schulz und Schulz Architekten GmbH, Leipzig
Naturstein: Krastaler Marmor
Natursteinunternehmen: Lauster Steinbau GmbH, Stuttgart
 

Gewinner und Sieger in der Kategorie Wohnbauten: Wohnturm Kureck, Wiesbaden.Gewinner und Sieger in der Kategorie Wohnbauten: Wohnturm Kureck, Wiesbaden.Gewinner und Sieger in der Kategorie Wohnbauten: Wohnturm Kureck, Wiesbaden. Der Wohnturm orientiert sich an einem Campanile. Er steht städtebaulich präzise am Endpunkt der prägenden Achse der Stadt und fungiert zugleich als markantes Zeichen für das neue Quartier Kureck. Die Fassade ist monolithischer Naturstein, wie aus einem Guss. Erreicht wird so das Bild einer fugenlosen Fassade, der minimalistischen Form entsprechend.
Architekt/Planverfasser: Max Dudler GmbH, Berlin
Naturstein: Dietfurter Kalkstein
Natursteinunternehmen: Hofmann Naturstein GmbH & Co. KG, Werbach/Gamburg
 

Sieger in der Kategorie Innenräume von Gebäuden: Mehrfamilienhaus am Herzogpark München, Kolberger 5. Sieger in der Kategorie Innenräume von Gebäuden: Mehrfamilienhaus am Herzogpark München, Kolberger 5. Sieger in der Kategorie Innenräume von Gebäuden: Mehrfamilienhaus am Herzogpark München, Kolberger 5. Ruhe, Wärme und Wohnlichkeit bestimmen den Charakter der Anlage. Das einheitlich hohe Gestaltungs- und Ausstattungsniveau entsteht vor dem Hintergrund eines gelungenen Zusammenspiels weniger sinnlicher Materialien. Naturstein wird als Boden- und Wandbekleidung eingesetzt, in den Innenräumen zudem für einige ungewöhnliche Anwendungen wie etwa die Lüftungssteine der Fenster über die aus einem Stück gefrästen Waschbecken und Wannen und mehr.
Architekt/Planverfasser: Studio Mark Randel (mit David Chipperfield), Berlin
Naturstein: Travertin (Pietra dei Medici)
Natursteinunternehmen: Steininger Steinmetz, München
 

Sieger in der Kategorie Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Schloss Osnabrück – Schlossgarten. Sieger in der Kategorie Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Schloss Osnabrück – Schlossgarten. Sieger in der Kategorie Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Schloss Osnabrück – Schlossgarten. Es handelt sich um eine mutige und geglückte Neuinterpretation des barocken Gartenensembles. Die Schlossterrasse als Teil des Gebäudes ist mit Natursteinplatten aus Grauwacke belegt. Im Parterre, dem Herzstück der Neugestaltung, liegt eingebettet in diverse Steinbänder der zentrale Brunnen aus Granit. Dieses Kunstobjekt mit seinem Wasserspiel wird ergänzt mit tropfenförmigen Granitblöcken.
Architekt/Planverfasser: POLA Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
Naturstein: Synogranit (Übergang Monzogranit), Lithische Grauwacke
Natursteinunternehmen: Steinzeit Natursteine Projekt GmbH
Fotos: Simon Menges, Berlin
 

Besondere Anerkennung – Rekonstruktion, Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neuer Plögerscher Gasthof Potsdam.Besondere Anerkennung – Rekonstruktion, Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neuer Plögerscher Gasthof Potsdam.Besondere Anerkennung – Rekonstruktion, Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Neuer Plögerscher Gasthof Potsdam. Unverzichtbare Grundlage jeder Rekonstruktionsarbeit sind umfangreiche Recherchen in den Quellen. Ziel und Erfolg der Planung zeigen sich in einer möglichst glaubwürdigen Wiederaufführung des einmal Gewesenen und gegebenenfalls einer unsichtbaren Adaption veränderter Rahmenbedingungen und technischer Standards. Der Planungsprozess beinhaltet Fragestellungen, die nur dann erfolgreich beantwortet werden, wenn sie dem Original und seiner materialtechnischen und stadträumlichen Wirkung möglichst nahe sind.
Architekt/Planverfasser: Springer Architekten GmbH, Berlin
Naturstein: Bucher Sandstein, Königgrätzer Sandstein
Natursteinunternehmen: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH, Bamberg
 

Besondere Anerkennung – Innovation, Kategorie D: Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Lehr- und Forschungsprojekt Pavillon aus Stein.Besondere Anerkennung – Innovation, Kategorie D: Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Lehr- und Forschungsprojekt Pavillon aus Stein.Besondere Anerkennung – Innovation, Kategorie D: Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Lehr- und Forschungsprojekt Pavillon aus Stein. Mit dem Pavillon aus Stein auf dem Campus Süd der Technischen Universität Dortmund wird das struktive Potential von Naturstein in überzeugender Weise neu interpretiert. Im Zentrum steht eine Tragstruktur aus 33 Formsteinen aus Mainsandstein weiß-grau. Der Bogen trägt die Lasten in die vier Einzelfundamente aus Epprechtstein-Granit ab, sodass ein in sich schlüssiges, dauerhaftes Gefüge entsteht.
Architektur: J.-Prof. Anne Hangebruch, Juniorprofessur Massive Baukonstruktionen, TU Dortmund, Fakultät Architektur und Bauwesen
Naturstein: Mainsandstein weiß-grau, Epprechtstein Granit
Natursteinunternehmen: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH, Bamberg
 

Rekordweite für vorgespannte Granitbrücken Unteriglbach, Ortenburg. Rekordweite für vorgespannte Granitbrücken Unteriglbach, Ortenburg. Besondere Anerkennung – Innovation: Rekordweite für vorgespannte Granitbrücken Unteriglbach, Ortenburg. Am Stausee in Unteriglbach zeigt die Granitbrücke eindrucksvoll, wie im Zusammenspiel von aktueller Ingenieurskunst und Steintechnik neue Anwendungen für den Werkstoff Naturstein entstehen. Die Kombination von Granit (mit seiner extrem hohen Druckfestigkeit) mit Spannstählen (die die Zugspannungen aufnehmen) ermöglicht tragfähige Brückenbauwerke mit großen Spannweiten und geringen Abmessungen.
Architekt/Planverfasser: RRI Roland Richter Ingenieur GmbH, Passau
Naturstein: Tittlinger Feinkorn
Natursteinunternehmen: Kusser Granitwerke GmbH, Aicha vorm Wald
 

Kusserpool Stadtvilla Darmstadt. Kusserpool Stadtvilla Darmstadt. Besondere Anerkennung – Innovation: Kusserpool Stadtvilla Darmstadt. Die Verwendung massiver Granitplatten für einen Pool ist eine innovative Anwendungsmöglichkeit für Naturstein. Der Granit erfüllt hier mehrere Anforderungen: er ist tragendes Bauteil, Abdichtung und dekoratives Element in einer Einheit. Das selbstragende Bauwerk wird werkseitig vorgefertigt und an nur einem Tag mit einem Kran versetzt.
Architekt/Planverfasser: auris | architekten, Darmstadt
Naturstein: Tittlinger Feinkorn, Valser Quarzit
Natursteinunternehmen: Kusser Granitwerke GmbH, Aicha vorm Wald
 

Weitere Besondere Anerkennungen:
* Kategorie Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten: Kongresszentrum Heidelberg, DA. Degelo Architekten; Hauptwache Steinweg, Frankfurt/Main, Mäckler Architekten; Staatsarchiv Kitzingen, gmp Architekten (Gerkhan, Marg und Partner); Erweiterungsbau des Bundesinnenministriums, Thomas Müller Ivan Reiman Architekten; Museum Reinhard Ernst Wiesbaden; Fumikiho Maki, Maki and Associates; Hauptstelle Stadtsparkasse Soliingen, Auer Weber Architekten.

* Kategorie Wohnbauten: Generationenwohnen am See, Bodensee, Biehler Weith Architekten; Scheldehof, Altwerpen, Belding, Max Dudler GmbH; Tower Fifty Five, Zürich, Schweiz, Züst Gübeli Gambetti Architektur und Städtebau; Monotlith am Hang, Coburg, Eichhorn + Partner Architekten.

* Kategorie Innenräume von Gebäuden: Momm Sanierung, Berlin, Studio Loes Architekten; Kastor Hochhaus – Revitalisierung ES, Frankfurt/Main, Manfred Wenzel, TelToNik Architekten; Sanierung und Neubau Rathaus II, Tirschenreuth, Brückner & Brückner Architekten.

* Kategorie Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur: Willibaldsburg, Eichstätt, Uniola Landschaftsarchitektur.