In einem separaten Text stellen wir die anderen Gewinner des Natursteinpreises 2026 vor.
https://www.stone-ideas.com/123292/22-deutscher-naturstein-preis-stand-2026/
Update: der Britische Verband Stone Federation hatte im Jahr 2025 zum 1. Mal einen Studentenpreis.
Die große Besonderheit des Deutschen Natursteinpreises ist nicht, dass dort Projekte aus dem In- und Ausland (mit Beteiligung deutscher Firmen) eingereicht werden können. Weltweit einmalig gegenüber anderen Natursteinpreisen ist die fünfte Kategorie: Sie steht offen für Studenten und deren Entwürfe. Für diese Arbeiten wird nicht die übliche Bearbeitungsgebühr verlangt; umgekehrt aber sind die Gewinner beim Preisgeld voll beteiligt (2.500 €).
Wir zeigen den Preisträger und die Besonderen Anerkennungen, jeweils mit den gekürzten Jurybeschreibungen.

Sieger in der Kategorie Studentischer Nachwuchsförderpreis (Sonderpreis): Naturparkzentrum Fichtelgebirge, Wunsiedel. Naturstein wird hier als tragendes und identitätsstiftendes Material verwendet. Das Exoskelett sowie der massive Kern aus Epprechtstein-Granit verleihen dem Bauwerk eine klare Struktur, verankern es materiell im Kontext des Fichtelgebirges und reduzieren den CO2-Fußabdruck. Die Granitstützen und -träger übernehmen dabei nicht nur struktive Aufgaben, sondern erzeugen eine zweite Ebene vor der thermischen Hülle. Hervorzuheben ist die Entwicklung von Holz-Granit-Verbunddecken, die den Naturstein in ein zukunftsweisendes hybrides Tragsystem integriert.
Entwurfsverfasser: i.V. Fabian Haase, Ense
Gewählter Naturstein: Epprechtstein Granit

Besondere Anerkennung in der Kategorie Studentischer Nachwuchsförderpreis: ein Tragwerk aus Granit, Hallstadt. Die Arbeit beschäftigt sich mit einem kleinen Rückgebäude in Hallstadt bei Bamberg, bei dem die Schwierigkeit bestand, auf engstem Raum möglichst viel altersgerechtes Wohnen in ökologischer Bauweise mit lokalen Materialien zu errichten. Zur Unterfütterung der Arbeit analysiert die Studentin Lastmomente, Dimensionen und Verschnitte realistischer Natursteinproduktion unter Berücksichtigung jahrhundertelang bewährter Fügungs- und Konstruktionsprinzipien wie dem lastabtragenden Bogen. Entwurfsverfasser: Sara Ann Stecker, Spessartring 57, 64287 Darmstadt
Naturstein: Granit
Bild: Sara Ann Stecker, Darmstadt

Besondere Anerkennung in der Kategorie Studentischer Nachwuchsförderpreis: Campus Wunsiedel. Der Entwurf für das Schülerwohnheim am Europäischen Steinmetz-Kompetenzzentrum in Wunsiedel überzeugt. Die massiven Außenwände aus Epprechtstein Granit bilden als extrem resiliente Fassade das Rückgrat, wobei die aufgelöste Struktur aus Holz den offenen, kommunikationsfördernden Innenhof ausbildet. Konstruktiv und gestalterisch prägend in den Innenräumen ist die Neuinterpretation traditioneller Konstruktionsweisen durch in die Innenwände integrierte Natursteinkonsolen zur Auflagerung der Holzbalkendecken.
Entwurfsverfasser: Shona Korn, Lilli Hölker, Tim Mössner und Marvin Surmann (TU Dortmund, August-Schmidt-Straße 8, 44227 Dortmund)
Naturstein: Mainsandstein, weiß-grau (Fassade), Epprechstein Granit grau (Tragende Struktur)
Bilder: Studenten

Besondere Anerkennung in der Kategorie Studentischer Nachwuchsförderpreis: das Felseck – Naturparkzentrum Luisenburg, Wunsiedel. Der Entwurf entwickelt das Naturparkzentrum als monolithischen Baukörper, der sich wie ein weiterer Fels in die Topografie der Luisenburg einschreibt. Baukörper und Innenräume sind zusammengefügte, aus Epprechtstein Granit gemauerte Hexagone. Das Projekt zeigt, wie Naturstein als struktives Material eine archaische, zugleich zeitgemäße Architektur hervorbringen kann.
Entwurfsverfasser: Julian Schaum, Marlene Kehl, Dorstfelder Hellweg 15, 44149 Dortmund
Mitarbeiter: Robin Becker
Naturstein: Epprechtstein-Granit
Bilder: Studenten

Besondere Anerkennung in der Kategorie Studentischer Nachwuchsförderpreis: der Kreuzgang, Wunsiedel. Die prägnante Gebäudekubatur des Schülerwohnheims in Wunsiedel entwickelt sich aus zwei ineinander verschränkten Quadern. Die Architektur verankert Naturstein als primäres Konstruktionsmaterial; sekundäre Konstruktionen sowie Dämmstoffe sind mit Holz und Strohdämmplatten ebenfalls naturbelassen und nachhaltig. Die horizontale Erschließung des Gebäudes findet über die moderne Interpretation eines Kreuzgangs statt, der die Wohnräume miteinander verknüpft.
Entwurfsverfasser: Manuel Frinken, Mallinckrodtstraße 329, 44147 Dortmund
Mike Christopher Hartwich, Hastener Straße 100, 42855 Remscheid
Leon Scheit, Ottilienstraße 69a, 33332 Gütersloh
Tommy Lee Mann, Ohler Weg 6, 58640 Iserlohn
Naturstein: Epprechtstein-Granit (Fichtelgebirge)
Bilder: Manuel Frinken
