Verschiedene Medien schrieben hinterher, US-Präsident Donald Trump habe seine liebste Rolle gespielt, nämlich die eines Immobilienentwicklers: Als er Mitte August 2026 der Presse den Stand der Dinge zum neuen Hubschrauberlandeplatz hinter dem Weißen Haus präsentierte, ließ er sich mit vielen Worten über die verwendeten Materialien aus: Für die Diplomatenzufahrt zum South Portico – das ist der Gebäudeteil, den man bei Staatsbesuchen in den Medien sieht – habe er den hässlichen Asphalt voller Schlaglöcher durch ein würdiges Material ersetzt – weißen Granit aus Kalifornien.
Dann folgte ein Loblied auf diesen Naturstein und immer wieder kam er darauf zurück: „Er hält eine Million Jahre aus“ und „er ist härter als Beton: Granit hält 35.000 Pfund Druck per Square Inch (Zoll) aus, harte Betonsorten nur 5000“.
Dasselbe drückte er dann noch einmal bildlich aus: „Wenn Sie mit einem Hammer draufhauen würden, einen ganzen Tag lang, würden Sie nicht eine Schramme sehen“.
Und schließlich: „Die Natur ist stärker als alles, was Menschen erschaffen können.“
Beim angrenzenden Hubschrauberlandeplatz wurde Trump nicht müde zu betonen, dass er es war, der nach Jahrzehnten mit Notlösungen nun endlich eine würdevolle Lösung herbeigeführt habe. Schließlich hätte die neueste Generation der „Marine One“ genannten Fluggeräte so starke Motoren, dass sie das Gras aus dem Boden rissen und in der Umgebung verteilten.
Deshalb müssten derzeit vor jeder Landung Stahlplatten auf dem Rasen ausgelegt werden.
Mit dem Granit und dem neuen Präsidentensiegel habe er das Problem nun aus der Welt geschafft, so Trump. Und nebenbei auch noch das überzogene Gefälle der Anlage auf das unbedingt nötige Maß für den Regenablauf reduziert. Plus: auf dem Gelände könnten nun Empfänge stattfinden.
Dann kam er zu dem Siegel selbst.
„Wo ist Brett?“ war seine Frage (Minute 16:45) und aus dem Kreis der Umstehenden eilte Brett Rugo herbei. Brett Rugo ist der Chef der Natursteinfirma Rugo Stone mit Sitz in Lorton, Virginia. Er war Präsident des Marble Institute of America (MIA) und äußerte sich 2010 in einem Interview mit Stone-Ideas.com zur Zukunft der Branche. Seine Firma gewinnt bei den jährlichen Pinnacle Awards des heutigen Natural Stone Institute (NSI) regelmäßig eine oder gleich mehrere Auszeichnungen.
Trump lobte die Arbeit der ausführenden Firmen. Im Fall von Rugo Stone hob er die Präzision der Fugen von weniger als einem Zehntel Zoll hervor, mit denen die Firma die steinernen Einzelteile des neuen Siegels installiert hatte.
Zum Schluss pflegte der Präsident regelrecht Kumpanei mit den Bauleuten: Er selbst setzte seine Unterschrift als Erster auf den Adler in der Mitte des Siegels, der bei dieser Gelegenheit noch umgedreht dalag. Einige der Vertreter der Firmen und des Militärs lud er ein, auch zu unterschreiben, als ersten Brett Rugo.
Was die Kosten des Landeplatzes angeht, sagte er, der Hubschrauberbauer Sikorsky werde einen Teil übernehmen, Spenden kämen von anderen Leuten und auch von ihm selbst.
Fotos: Screenshots aus dem Video


