Ausgerechnet zu ihrem runden Geburtstag musste die Marmomac einen kräftigen Rückgang bei den Ausstellern hinnehmen: Es kamen „über 1300 Aussteller“, so die Messe, zum 60. Jubiläum der großen Natursteinschau in Verona. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es noch 1480 gewesen. Wir zeigen die Zahlen weiter unten in einer Tabelle.
An den Vorbereitungen für die B2B-Treffen auf der Messe waren Veronafiere, die Italian Trade Agency (ITA) und der Verband Confindustria Marmomacchine beteiligt, die 450 Top-Einkäufer aus 58 Ländern ausgewählt und eingeladen hatten. Die vor Messebeginn vereinbarten Termine umfassten mehr als 3.200 Treffen, verglichen mit 2.200 bei der vorherigen Messe. Unter den eingeladenen Delegationen kamen die größten Gruppen aus Indien, den Vereinigten Staaten, Ägypten, Kanada und China.
Auf dem Programm standen Gespräche mit dem Wirtschafts- und Handelsattaché des chinesischen Generalkonsulats in Mailand, dem algerischen Botschafter und Konsul, dem Botschafter von Oman, den Generalkonsuln der Republik Indien und Marokkos sowie Vertretern des Istanbuler Natursteinverbands İMİB, der auf der Messe sogar sein 50-jähriges Bestehen feierte. „Diese Kontakte stärken die Verbindungen der Messe zu Ländern, die Rohstoffe und Technologien produzieren und beziehen“, schreibt die Messe in ihrer Pressemitteilung.
Zum 1. Mal hatte es in diesem Jahr (22. – 25. September 2026) einen internationalen Preis für Nachhaltigkeit gegeben. Prämiert wurden fortschrittliche Lösungen in den Bereichen ökologischer Wandel, Ressourcenschonung, Arbeitssicherheit und Prozessinnovation. Die Preisträger waren:
* Marmor Dereli aus der Türkei hat ein Verfahren entwickelt, das Marmorbruch-Nebenprodukte in eine zertifizierte Alternative zu Natursand umwandelt. Besonderheit ist, dass das Verfahren direkt im Steinbruch eingesetzt werden kann, sodass viele Transporte entfallen.
* Eine besondere Erwähnung ging an Tesimas s.r.l. aus Italien für seine Methode zur Rückgewinnung von Prozesswasser. Die Jury hob die Anpassungsfähigkeit des Systems hervor.
* Lupato Mecchanica aus Italien bekam den Preis in der Kategorie Werkzeuge für seinen „Hammer 12/30“. Der ermöglicht selbst bei härtesten Gesteinsmaterialien eine ultrapräzise Bearbeitung.
* Ilpa Adesivi aus Italien bekam den Preis in der Kategorie für sein „Mastice BLU“: Die styrolfreie Rezeptur reduziert die Belastung der Arbeiter durch schädliche flüchtige Verbindungen drastisch.
* Lazorex Studio in Moldau gewann den Preis in der Kategorie Software für seine „Rico Technologies“. Durch die einmalige Digitalisierung der Platte direkt am Ursprungsort synchronisiert die Plattform Lieferantenlager und Verarbeitungslabore in Echtzeit mit präzisen Texturen, Reliefs und Geometrien.
* Blueshieldbeta60 aus Italien gewann den Preis in der Kategorie Startup & Innovation für seinen Antirutsch-Belag: Eine Behandlung auf molekularer Ebene, die die dynamische Reibung von Gehflächen dauerhaft erhöht, ohne dass Glanz, Ästhetik oder Atmungsaktivität von Naturstein verringert werden.
Die „Mastri della Pietra“ (Meister des Steins) ist eine traditionelle Auszeichnung, die jährlich an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich für die Kultur und Förderung von Naturstein weltweit einsetzen. Die Auszeichnung geht auf das Jahr 1319 und die alte Tradition der Steinmetze in Verona zurück. Die Preisträger sind in diesem Jahr (v.l.n.r., auf dem Foto sind auch drei Vertreter der Messe zu sehen): Grazia Signori – Geologin und Natursteinexpertin; Jim Hieb – CEO, Natural Stone Institute; Federico Bricolo – Präsident der Veronafiere; Joe Parenza – Ciot/Stone & Tile; Flavio Marabelli – Ehrenpräsident Confindustria Marmomacchine; Giovanni Sacripante – General Manager der Veronafiere; Domenico Tommasi – Steinbruchmann; Francesca Zivelonghi – Eventmanagerin der Marmomac.
Die 61. Marmomac findet vom 21. – 24. September 2027 statt.
Fotos: Veronafiere

