„Black and Stone“, Studio Mallet.„Black and Stone“, Studio Mallet.

Es ist großes Theater, das die Architekten vom Studio Mallet dem privaten Wohnhaus in der Grafschaft Perthshire in Schottland mitgegeben haben. Allein schon der Blick durch die Fenster im Erdgeschoss führt wie aus der Höhle eines Theatersaals durch die alten Steinmauern auf die schneebedeckten Berge im Hintergrund.

Ausgangspunkt des Neubaus war ein Bauplatz in der unvergleichlichen Landschaft. Dort standen ein paar Ruinen eines alten Wohnhauses für Landarbeiter, fünf geschosshohe Mauern waren es zuletzt, um exakt zu sein. Normalerweise hätte man diese Ruinen weggerissen, aber die Architekten entschieden sich zusammen mit dem Bauherrn und den örtlichen Behörden für eine Neunutzung: Sie passten den Neubau in die Ruinen ein und ließen ihn nur auf einer Seite über die alte Struktur hinauswachsen.

„Black and Stone“, Studio Mallet.

So entstand ein privates Wohnhaus mit vier Schlafzimmern und 210 m² Fläche.

„Black and Stone“ ist der Name des Gebäudes und auch das ist große Inszenierung: Als farblicher Gegensatz zu den alten Mauern aus hellem Kalkstein ist der Neubau mit schwarz getöntem Lärchenholz verkleidet. Das gibt ein Bild, als käme der Neubau aus den Ruinen nach oben.

Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die sechs Giebel, die das Bauwerk hat, und durch die geometrische Anordnung der Fassadenelemente.

„Black and Stone“, Studio Mallet.

Das Material stammt aus der Gegend. Die alten Steine, die beim Umbau anfielen, wurden für eine markante Mauer in der Küche verwendet. Ausgeführt wurden die Arbeiten von lokalen Handwerkern.

Der Neubau hat eine Holzstruktur. Im Inneren prägt eine zurückhaltende Farbpalette aus Holz, Stein, weißen Wänden, schwarzen Akzenten und Mikrozementböden die ruhigen, lichtdurchfluteten Räume. Der minimalistische Ansatz verstärkt die Verbindung des Hauses mit seiner Umgebung und rückt Textur, Licht und Ausblicke in den Vordergrund. Eine hochisolierte, luftdichte Bauweise und eine Luft-Wärmepumpe sollen über Jahrzehnte hinweg für Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit sorgen.

Die Verbindung von Tradition und Moderne prägt generell den Stil der Architekten

„Black and Stone“, Studio Mallet.

Während die Fenster im Erdgeschoss sich an den alten Maueröffnungen in der Ruine orientieren, sind sie im Obergeschoss quasi von allen Begrenzungen befreit und erlauben einen weiten Blick über die Landschaft.

Vorbild für die Gestaltung war laut Architekten die norwegische „hytte“. Das sind kleine Landhäuser, Hütten eben, mit minimalistischem Design und lokalen Materialien. Es soll um die 450.000 solcher Anwesen über ganz Norwegen verteilt geben, genutzt fürs Wochenende, für Wandertouren oder fürs Fischen. Inzwischen gibt es viele moderne Varianten mit ausgefeilter Architektur und großer Wohnfläche.

„Black and Stone“ war bei zahlreichen Architekturpreisen auf der Shortlist.

Mallet

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Fotos: Itago Media

„Black and Stone“, Studio Mallet.„Black and Stone“, Studio Mallet.