Broschüre zur Holz-Stein-Verbunddecke.

In Deutschland muss dringend neu gebaut werden, denn geschätzt fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen, vor allem im bezahlbaren Bereich. Diese Neubauten sollten möglichst schnell errichtet werden und wenig CO2 freisetzen. Serielles Bauen mit ökologischen Baustoffen lautet die Lösung – das Bamberger Natursteinwerk Herman Graser hat zusammen mit der Firma Friedrich Verbundsysteme ein Modell dafür vorgelegt. Seine Holz-Stein-Verbunddecke [Timber-Stone-Composite Floorplate] basiert auf den Stärken beider Materialien und auf ihrem geringen ökologischen Fußabdruck.

Bei der Verbunddecke tragen Holzbalken eine Schicht aus 6 cm dicken Natursteinplatten. Das Holz nimmt die Zugkräfte auf, die Steinplatten die Druckkräfte.

Bekannt ist, dass beide Materialien auch in der Verwendung mit nur geringer CO2-Freisetzung verbunden sind, etwa beim Abbau, Zuschnitt, Transport und der Installation.

Holz-Stein-Verbunddecke.

Ein weiterer entscheidender Vorteil der Verbunddecke ist, dass sie ideal für das serielle Bauen ist: Im Werk werden die einzelnen Elemente zugeschnitten, auf der Baustelle nur noch auf die tragenden Wände aufgesetzt und zuletzt miteinander verbunden. Das erfolgt durch Anker, die eingeschraubt werden.

Außerdem kommt die Verbunddecke ohne Verschalungen, Trockenzeiten usw aus und kann sofort nach Installation belastet werden, was wiederum Zeit spart und die Kosten senkt

Weitere Vorteile, wie sie in einer Broschüre der Firma Bamberger Natursteinwerk beschrieben werden:
* Die erhöhte Masse der vorgefertigten Stein-Fertigelemente trägt zur Schallabsorption bei und reduziert die Schallübertragung zwischen den Geschossen. Das nicht brennbare Steinmaterial wirkt als natürliche Barriere gegen Feuer, wodurch die Brandwiderstandsdauer des Tragwerks erhöht wird. Diese technischen Eigenschaften erhöhen sowohl die Sicherheit als auch den Wohnkomfort im fertigen Gebäude;
* der Materialeinsatz reduziert sich deutlich: Während eine konventionelle Stahlbetondecke mit 30 cm Dicke etwa 0,75 t/m² wiegt, kommt die Holz-Stein-Verbunddecke bei 6 cm starken Steinplatten und Holzträgern auf rund 0,17 t/m² – weniger als ein Viertel des Gewichts bei vergleichbarer Tragfähigkeit;
* der eingesetzte BiFRi Verbundanker aus ungehärtetem Stahl verleiht dem System eine hohe Duktilität – auch bei Überlast gibt es kein sprödes, schlagartiges Versagen sondern ein gutmütiges Tragverhalten.

Holz-Stein-Verbunddecke.

Ungewohnt gegenüber der derzeit üblichen Verwendung von Naturstein ist, dass er bei der Verbunddecke in der Regel nicht sichtbar wird, weil jede Art von Bodenbelag auf ihn aufgelegt werden kann.

Beim Blick unter die Decke zeigt sich, dass zwischen den Balken viel Platz für Leitungen und haustechnische Installationen vorhanden ist.

Schließlich: Die Verbunddecke ist komplett wiederverwendbar und kreislauffähig, da die Schraubverbindungen reversibel gelöst werden können.

Die Verbunddecke eignet sich nicht nur für Neubauten, sondern auch zur Ertüchtigung von bestehenden Holzbalkendecken. Sie hat auch Potenzial für erdbebengefährdete Gebiete und ist zum Patent angemeldet.

Die Decke war Teil des Stone Demonstrators, mit dem in London verschiedene Optionen der Verwendung von Naturstein als tragendes Baumaterial gezeigt wurden.

Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser

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