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Hauptstadt der Islamischen Kultur 2019: Al-Quds (Jerusalem), Tunis, Badar Seri Begawan und Bissau

Die Sultan Omar Ali Saifuddien Moschee in Badar Seri Begawan. Foto: Kurun / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Die Islamische Konferenz der Kultusminister vergibt den Titel für die Regionen Arabien, Asien und Afrika

Nicht nur die Europäische Union hat eine Kulturhauptstadt des Jahres. Auch die Islamische Welt vergibt jährlich den Titel „Hauptstadt der Islamischen Kultur“, aufgeteilt auf die Regionen Arabien, Asien und Afrika. Das für die Vergabe zuständige Gremium ist die Islamische Konferenz der Kultusminister.

Die Preisträger sind in diesem Jahr:
* Region Arabien: Al-Quds (Jerusalem) und Tunis, Tunesien;
* Region Asien: Badar Seri Begawan im Sultant Brunei Darussalam;
* Region Afrika: Bissau in der Republik Guinea-Bissau.

Islamic Culture Capitals
 

Die Redaktion von Stone-Ideas.com hat recherchiert, ob es zu den ausgewählten Städten und Regionen in Sachen Naturstein etwas zu berichten gibt. Das tun wir bei den Europäischen Kulturhauptstädten schon traditionell.
 

Region Asien: Badar Seri Begawan
Badar Seri Begawan ist die Hauptstadt des Sulanats Brunei Darussalam. Das Fürstentum liegt im Norden der malayischen Insel Borneo und war ehemals eine wichtige politische Macht in der Region. Heutzutage beschränkt sich seine Bedeutung auf die großen Ölreserven, die das Land mit laut Wikipedia geschätzt 420.000 Einwohnern zu einem der reichsten der Erde machen.

Das im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Gebäude ist die Sultan Omar Ali Saifuddien Moschee. Sie überragt alle anderen Gebäude in der Hauptstadt und hat eine mit purem Gold verkleidete Kuppel. Das größte ihrer Minarette soll mit Carrara-Marmor verkleidet sein, wie es in Reiseführern heißt.

Auch im Inneren findet sich reichlich italienischer Marmor an den Wänden, an Bögen und an Säulen. Das hängt damit zusammen, dass der italienische Bildhauer und Architekt Rudolfo Nolli (1888-1963) ehemals beim Bau von königlichen Palästen und Gotteshäusern in Fernost eine prägende Rolle spielte. Die Sultan Omar Ali Saifuddien Moschee wurde in den Jahren 1954 bis 1958 errichtet. Auch Granit aus Shanghai wurde dabei verwendet.

Der aktuelle Herrscher hat ein weiteres prächtiges Gotteshaus errichten lassen, die Jame’Asr-Hassanil-Bolkiah-Moschee unweit der Hauptstadt.

Über seinen Palast gibt es viele Geschichten: unter anderem soll die Anlage 1800 Zimmer haben und jährlich zum Ende des Fastenmonats allen Bürgern für einen Besuch offenstehen.

Webpage Brunei Darussalam

Video zur Sultan Omar Ali Saifuddien Moschee
 

AAU Anastas: „Stonesourcing Space“

Region Arabien: Al-Quds (Jerusalem) und Tunis
Der heimische gelbe Kalkstein ist in der ganzen Levante vom Libanon bis nach Ägypten das prägende Baumetrial. Reisende schwärmen gerne vom goldenen Licht in den Städten dort. Diese Tradition haben zum Beispiel die Architekten Elias und Yousef Anastas vom Büro AAU Anastas mit Büros in Bethlehem und Paris aufgegriffen, und wir hatten darüber berichtet:
* beim „Stonesourcing Space“ auf dem Nativity Square in Bethlehem orientierten sie sich an den uralten Gewölben in der offenen Landschaft, die die Hirten als Unterschlupf bei schlechtem Wetter benutzten (1);
* „Stonematters“ war ein selbsttragendes Steingewölbe als Bürgertreff in Jericho (2);
* für das neue Gerichtsgebäude in Toulkarem verwendeten sie denselben Stein für die Außenmauern (3).

Die Nominierung von Al-Quds ist natürlich auch eine politische Deklaration: als Land, in dem die Stadt liegt, wird in der offiziellen Liste allein Palästina genannt. Jedoch ist Jerusalem geteilt zwischen Palästina und Israel.
 

Dass es mit Tunis in diesem Jahr 4 Kulturhauptstädte gibt, ist eine Ausnahme und der Tatsache geschuldet, dass die tunesische Hauptstadt die 11. Conferenz der Kulturminister beherbergt.
 

Region Afrika: Bissau in der Republik Guinea-Bissau
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(06.09.2019)