Auch Portugals Steinexporte gingen 2020 zweistellig zurück, jedoch wurde eine deutliche Verbesserung bei den Erträgen pro Tonne erzielt (+5,47%)

Portugals Natursteinexporte im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 (Mundo = Welt; Intra União Europeia = innerhalb der EU; Extra União Europeia = außerhalb der EU;  EFTA = EFTA; OPEP = OPEC; PALOP = portugiesisch-sprachige Länder). Screenshot von der Webpage des Verbands Assimagra.

Besonders interessant ist, dass es bei der Lieferung von verarbeiteten Produkten sowohl nach China als auch nach Italien signifikante Zuwächse gab

Auch Portugals Steinbranche schloss das Pandemie-Jahr 2020 mit deutlichen Rückgängen bei den Exporten ab: um (-)14,05% gingen die Ausfuhren nach Wert zurück. Nach Tonnage waren es (-)18,51%. In Zahlen waren das 367 Millionen € (2019: 426 Millionen €) beziehungsweise 1,805 Millionen t (2019: 2,214 Millionen t). Diese Zahlen hat der Verband Assimagra auf seiner Webpage veröffentlicht.

Bemerkenswert war jedoch der Anstieg beim Preis pro Tonne um +5,47%, in Zahlen: 209 € pro t gegenüber 192 € im Vorjahr. Das heißt, man konnte mehr Produkte mit einem hohen Verarbeitungsgrad verkaufen.

Daran ist besonders interessant, dass es gelang, solche Endprodukte auch in Länder zu liefern, die bisher in Portugal nur Rohblöcke kauften: nach China erreichte man hier +157%, nach Italien +114%. Wobei die extremen Steigerungen darauf basieren, dass die Zahlen der Jahre zuvor niedrig waren.

Dennoch: zahlen sich hier die Anstrengungen von Firmen und Verband Assimagra aus den letzten Jahren aus, das Land nicht nur als Lieferant seiner Steine in Form von Rohblöcken zu präsentieren, sondern auch mit Knowhow in Sachen Verarbeitung zu punkten?

Sehr unterschiedlich sind die Ergebnisse im Hinblick auf die Zielländer.

Vor allem in Frankreich, dem wichtigsten Markt für die portugiesischen Steinexporte, gab es einen Einbruch: -23,78% nach Wert (auf 67,7 Millionen €). Es folgen China (-19,86% auf 66,4 Millionen t), das Vereinigte Königreich (-13,25% auf 20,4 Millionen €), die USA (-11,17% auf 19,2 Millionen €) und Saudi Arabien (-9,40% auf 12,1 Millionen €). Eigentlich sind mit Ausnahme von China das die Länder, wohin vor allem Endprodukte geliefert werden.

Positiv waren die Erträge in Deutschland (+1,87% auf 25,8 Millionen €), in den Niederlanden (+10,47% auf 12 Millionen €) und Belgien (+6,08% auf 9,6 Millionen).

Zur Übersicht: Portugal ist nur einer der kleineren Player auf dem globalen Natursteinmarkt. Seine 2020er-Exporte mit einem Gesamtwert von 367 Millionen € liegen weit hinter denen der Türkei mit 1,43 Milliarden € oder Italien mit 1,503 Milliarden €. Gerne verweisen die Portugiesen aber darauf, dass, umgerechnet auf die Einwohnerzahl, das Land sogar Chinas Steinexporte von zuletzt insgesamt umgerechnet 5,38 Milliarden € hinter sich lässt.

Assimagra: Exporte 2020

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(09.06.2021)