Salvatori „The Village“: 7 internationale Architekten und Designer gestalten auf Einladung der italienischen Firma Antworten auf die Corona-Pandemie und den Lockdown

Salvatori: „The Village“. Die Höhe der Objekte liegt zwischen 8 und 24 cm.

Die italienische Firma Salvatori ist bekannt für ihre experimentelle Herangehensweise, wenn es um Design geht – oft kommen dabei ungewöhnliche Ideen für Alltagsgegenstände heraus. Mitunter lösen sich die Objekte aber auch ganz vom Anspruch der Benutzbarkeit und sind nur noch Kunst oder Werkzeuge zur Selbstdarstellung. Gelegentlich aber erkennt Salvatori zusammen mit seinen Designern dabei auch Trends, lange bevor die Öffentlichkeit sie wahrnimmt: so war es beispielsweise mit Lithoverde, bei dem die Firma schon im Jahr 2011 Reststücke aus der Verarbeitung von Marmor zu einem einst ganz innovativen Material zusammengeklebt hat (Link siehe unten).

Wen kann es da wundern, dass sich Firmenchef Gabrielle Salvatori auch mit der Corona-Pandemie beschäftigt hat. So wie Künstler die Pandemie und den Lockdown als Thema für Arbeiten genommen haben, so hat auch die Natursteinfirma mit Sitz in Querceta (Provinz Lucca) 7 international bekannte Designer und Architekten eingeladen, sich mit der Frage nach dem Zuhause zu beschäftigen.

Konkret lautete die Aufgabe, eines oder mehrere Häuschen im Sandkastenformat zu kreieren und dabei das Zuhause zum Beispiel als Rückzugsort oder als sicherer Hafen darzustellen oder auch die Unvorhersagbarkeit der Weltläufte zu thematisieren. Die Eingeladenen waren frei in der Gestaltung. Am Ende sollten alle Ideen sich zu einem globalen Dorf zusammenfügen – „The Village“ war folglich der Obertitel des Projektes.

Allen Arbeiten gemeinsam war, dass sie aus Naturstein produziert werden, der ja auch übergreifend in allen Kulturen eines der ältesten Materialien ist. Eines der Häuschen wurde in Zement gefertigt. Die Höhe der Objekte liegt zwischen 8 und 24 cm.

Wir zeigen 5 der Arbeiten. Zwei hatten wir bereits in einem anderen Bericht vorgestellt, der unten verlinkt ist.

Salvatori: „The Village“

Die Häuschen können übrigens pro Set zum Preis von 580 € gekauft werden. Gemeint sind sie als Sammlerstücke. Wir fügen hinzu: man kann einige von ihnen auch als Baukasten für Erwachsene zum Entspannungsspiel verschenken – für neue und andere Stresssituationen.

Salvatori: The Village

Fotos: Salvatori

Novecento von Architekt Rodolfo Dordoni.Novecento von Architekt Rodolfo Dordoni: „Mein Beitrag zu The Village entsteht im Wechselspiel von Verspieltheit und Rationalität aus der Kombination von Architektur, Skulptur und Design. Es ist eine Hommage an unsere Geschichte und an unsere Geschichten.“ Marmor Verde Alpi, Bianco Carrara und Rosso Collemandina sowie Kalkstein Pietra d’Avola (2. von rechts).

Utopia von Elisa Ossino.Utopia von Elisa Ossino.Utopia von Elisa Ossino: „Unglaublich anregend für mich ist die Gelegenheit, Objekte zu schaffen, die in größeren Stückzahlen reproduziert werden können, aber gleichzeitig einzigartig sind. Das Schöne am Stein und das, was ihn so faszinierend macht, ist die Tatsache, dass er nicht reproduziert werden kann. Jeder Block hat seine ganz eigenen Farben und Maserungen.“ Marmor Bianco Carrara, Grigio Versilia und Palissandro Bluette.

House of Stone von John Pawson.House of Stone von John Pawson.House of Stone von John Pawson: „Für meinen Beitrag zu The Village wollte ich ein Volumen schaffen, das sowohl absolut einfach als auch sehr aussagekräftig ist. Das Haus aus Stein ist eine archetypische Form in Miniatur, die von jedem überflüssigen Detail befreit ist. Im vergangenen Jahr haben viele von uns ungewöhnlich viel Zeit zu Hause verbracht. Das Objekt, das ich geschaffen habe, ist ein Ausdruck der Ikonographie des Hauses, die uns in der Kindheit beigebracht wurde – oder zumindest eine Version davon.“ Pietra d’Avola Kalkstein.

MA House von Kengo Kuma.MA House von Kengo Kuma.MA House von Kengo Kuma: „Unser Konzept für The Village soll über die Idee der Form eines Hauses für einen bestimmten Zweck hinausgehen, da sich das mit jedem beliebigen Material realisieren ließe. Uns hat es mehr gereizt, über das Potenzial des Natursteins nachzudenken, und die Bildhauerarbeit war der natürliche Prozess, den wir schließlich gewählt haben. Die Form war dabei das am wenigsten Wichtige, und deshalb haben wir uns für einfache, kindliche Silhouetten entschieden, die universell an das Bild eines Hauses erinnern.“ Heller Travertin und Bianco Carrara-Marmor.

Casa M des belgischen Designers Vincent Van Duysen.Casa M des belgischen Designers Vincent Van Duysen: „Geschlossene, sichere Räume, die ein perfektes Gegenmittel gegen Ungewissheit und Sorgen sind, vermitteln ein Gefühl der Ruhe und des Komforts. Unterstrichen wird das noch durch die warmen Töne des havannafarbenen Zements. Meine Minihäuser sind aus meiner Wertschätzung für mein Haus in Portugal entstanden. Sie sind eine Abstraktion davon; es ist für mich wie ein Zufluchtsort.“

See also:

(03.11.2021)