Update: “Brazilian Natural Stones: Inspiring Versatility“ will be the topic of a discussion between Amanda Ferber (Architecture Hunter) and Fábio Cruz (Vize-President Centrorochas) on Wednesday, September 24, 4.45 p.m., in the Auditorium in Hall 1.
Was spielt sich eigentlich in diesem Jahr in Halle 1 der Marmomac ab?
Viele Jahre diente sie als Bühne für das Kreativzentrum der Messe, genannt „Italian Stone Theater“, bis dieses in Halle 10 ans andere Ende der Schau verlagert und in „Plus Theater“ umbenannt wurde. In den Jahren 2023 und 2024 gab es eine neue Verwendung als Schauplatz für Steinverwendung in Luxus und Innenausstattung. Kooperationspartner war das Magazin Elle Decor.
In diesem Jahr gibt es ein ganz neues Konzept für die Bühne mit rund 4000 m² Fläche direkt am ehemaligen Haupteingang der Messe: Brasilien als einer der Big Fish der weltweiten Steinbranche wird sie komplett mieten. Den Auftritt in diesem Jahr kommentiert Tales Machado, Präsident des brasilianischen Verbands Centrorochas, mit ungewohntem Tonfall: Sein Heimatland agiere „nicht mehr als Lehrling oder nur als eines von vielen anderen Ländern, sondern als Protagonist, als erstes Land, das eine eigene Halle hat.“
Aus Sicht der Veronfiere soll der Länderschwerpunkt auch dazu dienen, die Marmomac Brasil in São Paulo zusammen mit der regionalen Messe in Cachoeiro de Itapemirim dort zu bewerben. Beide hat die Messegesellschaft vor einigen Jahren von der brasilianischen Gesellschaft Milanez&Milaneze gekauft.
Die Zahlen, die der brasilianische Verband Centrorochas zur, sozusagen, Übernahme der Halle veröffentlicht, lassen vermuten, dass es in diesem Jahr dort sein wird als zuletzt: Insgesamt 41 Firmen werden sich dort präsentieren, davon 31 unter dem Gemeinschaftsmotto „It’s Natural – Brazilian Natural Stone“, das von der Exportorganisation Apex finanziell unterstützt wird. Dazu kommen noch einmal zehn Firmen, die sich mit eigenen Ständen präsentieren, und auch ein Restaurant mit landestypischer Küche. Wir ahnen, was dort serviert wird: Churrasco (Rindfleisch vom Grill) ist in Brasilien ein Muss, Farofa (geröstetes Maniokmehl) ist für europäische Geschmäcker neu, Feijoada (Bohneneintopf) ist etwas anderes als Bohnen woanders und Reis.
Ansonsten stellt die Pressemitteilung von Centrorochas die Rolle italienischer Auswanderer für die Steinwirtschaft in dem größten Land Südamerikas heraus: „Seit den Anfängen der Branche waren Persönlichkeiten wie Giorgio Veneziani (Sociedade Marmífera), der dafür verantwortlich ist, den ikonischen blauen Quarzit Azul Bahia in die Welt gebracht zu haben, Enrico Guarneri (Guarnieri Ltda), Guido Bissi und Cláudio Bissi (Granimar), Dino und Dante Napoli (São Sebastião), Jean Guagni dei Marcovaldi (Marcovaldi Granitos), Gianfranco Biglia (Icesa), dem Wegbereiter für Bege Bahia [Beige Bahia] und das renommierte Super White, und Benjamin Zampirolli (Mineração Capixaba) sowie Luiz Scaramussa (Santo Antonio Stones), Wegbereiter für die Steinindustrie im Süden von Espírito Santo, neben vielen anderen Pionieren maßgeblich an der Schaffung der technischen und vertrieblichen Grundlagen der Branche in Brasilien beteiligt.“
Auch heutzutage spielen Ableger von italienischen Firmen in Brasiliens in Steinbranche eine prägende Rolle: „Bruno Zanet (Marmi Bruno Zanet Brasil) ist einer der Namen, die dazu beigetragen haben, brasilianischen Stein international bekannt zu machen. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Erschließung von Steinbrüchen im Norden von Espírito Santo (dem wichtigsten Stein-Export-Bundesland der Nation). Sandro Verzola (Vitória Stone und Pedreiras do Brasil) baute globale Allianzen auf, die strategische Märkte für Brasilien erschlossen, während Luca Burlamacchi (Decolores) sein Unternehmen in Bezug auf Management, Identität und Positionierung in der Branche auf die nächste Stufe gebracht hat. Stefano Madrigali (Asa Branca) gehört ebenfalls zu dieser Gruppe. Er war für die Förderung mehrerer brasilianischer Natursteine auf ausländischen Märkten verantwortlich. Giulio Malenza (Corcovado/Brasigran) wiederum ist nach wie vor eine führende Persönlichkeit in der Branche und steht für Führungsstärke, familiäre Kontinuität und strategische Weitsicht.“
Als weitere Firmen werden genannt: „Ebenfalls erwähnenswert sind Unternehmer wie Alberto Antolini (Antolini) und Giovani Caruso (Alfa Graniti), Geane Carnevale (Marmo Orobici) und Giovane Conterno (Favorita) sowie führende Vertreter von Zulieferern wie Dino Bombana (Tenax), der seine Aktivitäten zwar in Italien begann, sein Geschäft jedoch auf Brasilien ausweitete und maßgeblich zur Entwicklung der nationalen Produktionskette beitrug. Dieses von verschiedenen Generationen aufgebaute Erbe erklärt die herausragende Rolle, die Brasilien auf der Marmomac Italy spielen wird.“
Wir weisen noch auf eine weitere Neuheit dieses Jahres hin: Direkt gegenüber von Halle 1 jenseits der Straße hat die Firma Antolini zwei ehemalige Industriehallen gemietet.
Auf unseren Bildern zeigen wir einige der typischen brasilianischen – „exotischen“ – Steine, hier aus den Brüchen der Firma Vitória Stone, die auch im Stone Finder vorgestellt werden.
Marmomac, 23. – 26. September 2025





