Von Volker Bastian*
Fortgebildet haben sich vom 16. bis 20. September 2026 rund 40 Architekten aus Deutschland auf einem Seminar in Okzitanien (Südfrankreich). Erforschen wollten sie, was den Granit aus dem Departement Tarn so bekannt macht und welche besonderen Vorzüge ihn von anderen, ähnlich erscheinenden Graniten unterscheiden. Kooperationspartner war der Deutsche Naturwerksteinverband (DNV).
Ziel der Fortbildungsreise war der Besuch beim Steinbruchunternehmen Carrières Plo in Saint-Salvy-de-la-Balme im Herzen des Sidobre-Massivs. Es handelt sich um den größten Granitsteinbruch Frankreichs, etwa 100 km von Toulouse entfernt. Hier baut das Unternehmen den begehrten mittelfeinen, blaugrauen Granit in großen Chargen ab. Er zeichnet sich durch eine sehr homogene Textur, extreme Abriebfestigkeit und hohe Frostbeständigkeit aus.
Der Firmeninhaber empfing die Reisegruppe und führte sie durch den Betrieb. Er zeigte den Architekten, wie Diamantseilsägen im Steinbruch große Blöcke aus dem Granitfels schneiden. Auch die weiteren Schritte der Verarbeitung – Konfektionierung mittels Sägen sowie Oberflächenbehandlung durch Schleifen, Flammen und Polieren – gab es zu sehen.
Diverse Fachvorträge vom mitreisenden Diplomgeologen La Bouchardier, vom Geschäftsführer des DNV, Reiner Krug, sowie von anderen Baufachleuten ergänzten die Informationen zum Naturstein und der Verarbeitung. Durch weitere Produktpräsentationen und in persönlichen Gesprächen mit den Fachleuten konnten die Architekten ihre Kenntnisse über Granit, insbesondere aus der Region Tarn, weiter ausbauen.
Die Fortbildung war Teil einer Seminarreihe für Architekten, die es seit 25 Jahren gibt. In ihrem Mittelpunkt steht die Verwendung von Natursteinen und branchennahen Produkten in Bauprojekten. Über die Jahre hat sich dabei ein fruchtbares Netzwerk zwischen Architekten und Natursteinunternehmen sowie branchennahen Gewerken entwickelt, in dem Erfahrungen und Wissen ausgetauscht und so manches Geschäft und Zusammenwirken angeregt wurde.
Eine große Hilfe bei der Gestaltung der Fortbildung in Südfrankreich bot M. Didier Carme. Er hatte bereits vor einigen Jahren mit dem Unternehmen ESF France einen Kontakt zu den deutschen Architekten aufgenommen.
Die Architektengruppe bedankte sich bei dem Département Tarn für die Kooperation in der Durchführung des Seminars und die freundliche und großzügige Unterstützung.
Der obligatorische Abschluss des Seminars war, neben den Besichtigungen in Castres (Musee Goya) und Albi (Musee Toulouse-Lautrec und Altstadt), eine Führung durch Toulouse, die Hauptstadt der Region Languedoc-Roussillon/Midi-Pyrénées.
Hier geht ein besonderer Dank an Mme Teddie Lorin von der Mairie de Toulouse/Toulouse Métropole. Sie konnte die städtebauliche Entwicklung und den Charme dieser schönen Stadt durch ihre ausführlichen Erläuterungen bezaubernd darlegen.
* Volker Bastian war viele Jahre Direktor im Baumanagement beim über Deutschland hinaus bekannten Architekturbüro gmp (von Gerkan, Marg und Partner) in Hamburg. Er engagierte sich für Naturstein als Organisator der oben erwähnten Seminarreihe.



