Die mächtigen Sarsen-Steine im Ring von Stonehenge bestehen aus einem nahezu ewig haltbaren Sandstein

Blick auf einige der monumentalen Sarsen-Steine von Stonehenge. Quelle: Tony Hisgett / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Das Material hat 99,7% Quarz mit Kristallen in einem extrem verflochtenen Gitter

Ob die Bauherren von Stonehenge vor rund 5000 Jahren die Sarsen-Steine deshalb für ihr monumentales Bauwerk wählten, weil sie wussten, dass dieses Material nahezu ewig haltbar ist? Diese Frage stellt sich im Zusammenhang mit neuesten Forschungen von Professor David Nash von der University of Brighton und Kollegen. Seine Erkenntnis ist, dass die Steine aus 99,7% Quarzkristallen bestehen, die zudem in ihrem Gitter durch Quarzzement extrem miteinander verflochten sind.

Sarsen ist ein alter Begriff für die gewaltigen Sandstein-Findlinge, die große Teile von Stonehenge bilden. Bisher wusste man nicht viel über die geochemische Beschaffenheit des Materials, da die Beschädigung der Anlage strikt verboten ist.

Durch eine glückliche Fügung aber war 2018 den Wissenschaftlern der Universität von Brighton ein Probestück in die Hände gekommen. Es war in den 1950ern von dem Diamantschleifer Robert Phillips aus dem Stein Nr. 58 entnommen worden, um Risse in der Anlage mit Stahlstäben zu stabilisieren. Später wurde es Phillips erlaubt, die Probe zu behalten.

Rund 60 Jahre später meldete er sich aus Florida und stellte das Souvenir den Wissenschaftlern zu Verfügung. Er starb 2020.

Kathodolumineszenzbild aus dem Sarsen Nr. 58 von Stonehenge. Es zeigt Quarzkörner, die durch mehrere Schichten von Quarzzement zusammengehalten werden. Quelle: Nash et al, 2021, PLOS ONE (CC-BY 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)

Die Probe in Form eines schmalen, länglichen Zylinders hatte bereits eine Rolle gespielt bei der Erkenntnis der Brighton-Forscher, dass die Sarsen-Steine von etwa 15 Meilen nördlich aus den West Woods in den Marlborough Downs (Wiltshire) stammten.

Nun kam Professor Nash in Kooperation mit zahlreichen Kollegen durch Röntgenanalysen und CT-Scans auch der geochemischen Zusammensetzung der Brocken mit je 20 bis 30 t Gewicht auf die Spur. Die Erkenntnisse gelten mit hoher Wahrscheinlichkeit für 50 der 52 Sarsen-Steine.

Bisher hatte der Schwerpunkt der Forschungen immer auf den Bluestones im Zentrum des Rings gelegen. Sie stammen bekanntlich aus dem weit entfernten Wales.

Die Erkenntnisse wurden im Magazin PLoS One veröffentlicht.

Robert Phillips (links) bei den Arbeiten am Stein Nr. 58 im August 1958. Quelle: Lewis Phillips

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(24.08.2021)