Mashrabiya oder Jali: Fenster ohne Scheiben, die den Luftzug durch ein Gebäude erlauben, in der Sommerhitze für erträgliche Temperaturen sorgen und in der Fassade ein dekoratives Element sind

Klimagerechtes Bauen wird ein großes Thema in den kommenden Jahren. Dabei kann Naturstein eine besondere Rolle spielen, zum Beispiel weil er ein guter Wärmeleiter ist: das führt dazu, dass weißer Marmor sich kalt anfühlt und folglich in heißen Regionen schon immer ein beliebtes Baumaterial war. Man kennt die mit Marmor ausgelegten Innenhöfe rund ums Mittelmeer, die verschattet sind und wo Bäume und meist auch noch ein Brunnen für angenehme Verdunstungskälte sorgen. In diesen Temperaturzellen wird auch die Kälte der Nacht für den Tag gespeichert.

Diesmal wollen wir uns mit einer anderen Tradition aus den heißen Ländern beschäftigen, im arabischen Kulturkreis als Mashrabiya oder in Indien als Jali bekannt: es handelt sich um perforierte Einsätze in Fenstern. Sie erlauben einen Luftzug quer durchs Haus, halten aber gleichzeitig das Sonnenlicht aus den Wohnungen heraus. In manchen Kulturen ist auch der Sichtschutz wichtig: die Bewohner können verfolgen, was auf der Straße vor sich geht, sind aber selber nicht zu sehen.

Architekten und Künstler haben diesen Fenstern ohne Scheiben dekorative, oft geometrische Gestaltungen gegeben.

Mit der Verfügbarkeit von Glas und Klimaanlage kamen sie aus jedoch der Mode. Zugegeben: den Lärm der Straße und auch den Gestank von dort können weder Mashrabiyas noch Jalis aufhalten.

Mit der Waterjettechnologie lassen sich nun auch auch Steinplatten kostengünstig als Mashrabiyas gestalten. Wir zeigen Beispiele aus der ganzen Welt.

Professor Giuseppe Fallacara von der Polytechnischen Universität Bari: ein „Steinernes Gewebe“ nach der Art von Efeu, das Hitze abhält, aber Licht passieren lässt. Professor Giuseppe Fallacara von der Polytechnischen Universität Bari: ein „Steinernes Gewebe“ nach der Art von Efeu, das Hitze abhält, aber Licht passieren lässt. Professor Giuseppe Fallacara von der Polytechnischen Universität Bari: ein „Steinernes Gewebe“ nach der Art von Efeu, das Hitze abhält, aber Licht passieren lässt.
https://www.stone-ideas.com/77573/steinernes-gewebe-nach-der-art-von-efeu/
 

Objekt der türkischen Firma Kocasaban auf der Messe Marble Izmir 2009.Objekt der türkischen Firma Kocasaban auf der Messe Marble Izmir 2009.
http://www.kocasaban.com/
 

Der italienische Designer Paolo Ulian mit der Firma F65: Lochmuster im Naturstein als variable Raumteiler.Der italienische Designer Paolo Ulian mit der Firma F65: Lochmuster im Naturstein als variable Raumteiler.
https://www.stone-ideas.com/44429/lochmuster-im-naturstein-als-variable-raumteiler/
 

Craglia Marmi, Italien, auf der Marmomacc 2006.Craglia Marmi, Italien auf der Marmomacc 2006.
https://www.cragliamarmigroup.it/
 

Faoro Marmi, Italien, auf der Marmomacc 2006.Faoro Marmi, Italien auf der Marmomacc 2006.
http://www.faoromarmi.it/
 


 

Marmoarredo, Italien, auf der Marmomacc 2006.Marmoarredo Italien, auf der Marmomacc 2006.
http://www.marmoarredo.com
 

Marmoarredo, Italien, auf der Marmomacc 2006.Marmoarredo Italien, auf der Marmomacc 2006.
http://www.marmoarredo.com
 

Architektur aus Palästina von Elias und Yousef Anastas: „Stonesourcing Space“ in Bethlehem.Architektur aus Palästina von Elias und Yousef Anastas: „Stonesourcing Space“ in Bethlehem.
https://www.stone-ideas.com/41174/architecture-from-palestine-heritage-in-solid-construction/
 

Architekt Jean Nouvel: Eine riesige Mashrabiya als Kuppel über dem Louvre Abu Dhabi.Architekt Jean Nouvel: Eine riesige Mashrabiya als Kuppel über dem Louvre Abu Dhabi.
https://www.stone-ideas.com/64808/louvre-abu-dhabi/
 

Jean Nouvel hat die Idee der Mashrabiyas beim Institut du Monde Arabe am Seine-Ufer in Paris auf die Spitze getrieben: Hinter der Glasfassade gibt es von oben bis unten 240 Blenden wie aus einem Fotoapparat, die sich je nach der Sonneneinstrahlung öffnen oder schließen.
https://www.imarabe.org/en/architecture

(23.05.2022)