Susan Moser kann man auf der Marmomac am Stand des Natural Stone Institutes (Halle 11, A3) finden. Wenn Sie ein Treffen vereinbaren möchten, schicken Sie eine Mail.
Der Name des Neubaus ist „Marmormolen“ und die Adresse Marmorvej im Stadtteil Nordhavn von Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Der Leser ahnt, dass es hier um Marmor geht, von dem das Land aber selber keine Abbaustätten hat – später mehr dazu.
Marmormolen ist ein neues Vielzweckgebäude mit Einzelhandel, Restaurants und Büros auf acht Geschossen mit insgesamt 28.000 m² Nutzfläche. Es wurde vom Architekturbüro Henning Larsen für den Pensionsfonds AP Pension erbaut. Die tragende Struktur besteht fast komplett aus Holz, und es ist das größte derartige Bauwerk in Kopenhagen. Wo Beton verwendet werden musste, kam die Variante FutureCEM von Aalborg Portland mit 30 % weniger CO2-Freisetzung zur Verwendung.
Der Bauherr strebt für das Gebäude die DGNB Platin als höchste Zertifizierungsstufe für Nachhaltigkeit an.
Die Architekten beschreiben den Neubau mit Blick auf ihre eigene Zunft: „Architektur kann nicht mehr nach gestalterischer Exzellenz streben, die sich an ästhetischen Zielen und Maßstäben orientiert. Alles muss vor dem Hintergrund der Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt betrachtet werden.“
Bei Marmormolen ging es darum, den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes zu reduzieren, dies indem Materialien mit geringem Fußabdruck zum Einsatz kamen. Holz ist ein solches, Naturstein ein weiteres.
Stein kommt auch hier vor: Im offenen Erdgeschoss mit viel Publikumsverkehr liegt ein Marmor aus Norwegen auf dem Boden. Es ist die Sorte Hermelin Light von der Firma Fauske marble by Moser und die Geschichte mit Kopenhagens Hafen liest sich so:
Dort wurde zwischen 1893 und 1896 ein Freihafen eingerichtet, und auf dem Gelände siedelten Industriebetriebe die Verarbeitung jener Waren an, die sie im Ausland gekauft hatten und als Fertigprodukte in Dänemark an den Verbraucher bringen wollten.
Ein solches Unternehmen war „Den Ankerske Marmorforretning“ (übersetzt: Das Marmorgeschäft der Familie Anker), das dort Rohblöcke aus seinem Steinbruch in Fauske in Norwegen anlandete, zuschnitt, weiterverkaufte oder auch zusammen mit Sorten aus der ganzen Welt lagerte. Die Firma hob sich zur Frühzeit der Industrialisierung von den Betrieben rundherum ab, und so bekamen der Pier und alsbald auch der Weg dorthin alsbald die Spitznamen „Marmormolen“ (Marmorpier) und „Marmorvej (Marmorweg). Das wurde schnell zur offiziellen Benennung seitens der Stadtverwaltung.
Inzwischen ist auf dem Gelände des ehemaligen Freihafens der neue Stadtteil Nordhaven entstanden, in dem moderne Wohngebäude stehen und der bei der Bevölkerung sehr beliebt ist. „Marble City” ist der Spitzname.
Und als der Pensionsfonds AP Pension dort ein Grundstück erstand, gab er ihm den Namen der alten Mole. Damit nicht genug: Für den steinernen Bodenbelag wählte man den Hermelin Light-Marmor aus Norwegen, den schon die Familie Anker ins Land geholt und über ganz Dänemark verteilt hatte.
Bemerkung am Rande: Irgendwann änderten sich die Moden im Steingeschäft, und Marmor sollte am besten reinweiß sein, vielleicht auch schwarz, aber nicht mehr wie der Hermelin bläulich mit wilden Adern. Bei Fauske blieben zahlreiche Blöcke liegen, die ehemals auf Abtransport warteten.
Inzwischen erfreuen sich 15 Sorten aus dem Fauske-Steinbruch auf dem Weltmarkt wieder großer Nachfrage, und Susan Moser, Chefin bei der Firma Fauske marble by Moser, hat speziell für Marmormolen ein paar der ganz alten Blöcke ausgesucht und zum Marmorvej geliefert.
Im Erdgeschoss von Marmormolen wurden rund 3000 m² des Marmors Hermelin Light mit gebürsteter Oberfläche verlegt. Dabei wurde die Sorte Light mit 25 % der Sorte Dark gemischt. Verwendet wurden zufällige Längen mit zwei Breiten, um den Verschnitt zu minimieren.
Fotos: Fauske marble by Moser



